Augenjucken, Niesreiz, Fließschnupfen

Was Pollenallergikern neben Medikamenten helfen kann


Aktualisiert am 26.04.2026 – 07:41 UhrLesedauer: 3 Min.

Niesen: Insbesondere Frühblüher und Gräser führen bei den Betroffenen zu allergischem Schnupfen. (Quelle: Wavebreakmedia/getty-images-bilder)

Die Ursachen von Allergien sind oft unklar, die Behandlungsmöglichkeiten teilweise langwierig. Doch 16 Prozent der Deutschen leiden in der Pollenflugsaison. So können sie die Symptome lindern.

Für manche Betroffene sind Frühling und Sommer nicht die schönsten, sondern die schlimmsten Jahreszeiten. Denn der Heuschnupfen sorgt dafür, dass sie bei wärmeren Temperaturen husten und niesen müssen.

Carsten Schmidt-Weber, Professor an der Technischen Universität München und Leiter des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM), erklärt, wie Sie die Erkrankung erkennen und was Sie im Ernstfall tun können.

Mediziner sprechen bei dem Phänomen von allergischer Rhinitis – also einer durch Allergien verursachten Entzündung der Nasenschleimhaut. Auslöser dieser Krankheit können zum Beispiel Hausstaubmilben sein, aber eben auch die Pollen von Pflanzen. „Dem Begriff nach bezieht sich Heuschnupfen eigentlich nur auf Gräser“, sagt Schmidt-Weber. Die Bäume seien aber mit gemeint.

Was wann unterwegs ist, verrät der Pollenflugkalender. Ein Blick darauf zeigt schnell: Die meisten Pollen sind zwar im Frühjahr unterwegs, frei davon ist aber kaum eine Jahreszeit. „Es gibt zum Beispiel eine neue Erlensorte, die schon im Dezember blüht“, sagt Schmidt-Weber. „Und wenn Sie dann nicht nur darauf reagieren, sondern zum Beispiel auch auf die Ambrosia, die erst im Herbst blüht, haben Sie fast das ganze Jahr damit zu tun.“

Es gibt einen Stadt-Land-Faktor, sagt Schmidt-Weber: In Ballungsräumen tritt Heuschnupfen häufiger auf. Die Gründe dafür seien aber unklar. Zudem ist Heuschnupfen erblich – teilweise. „Wenn schon ein Elternteil das hat, hat das Kind ein höheres Risiko, auch daran zu erkranken“, so der Experte. „Es gibt aber keine Garantie – und umgekehrt auch keine Sicherheit, es nicht zu bekommen, wenn die Eltern keine Allergien haben.“

Ja – aber nicht unbedingt in beide Richtungen. „Man muss nicht von Beginn an Allergien gegen etwas entwickeln, das kann einen zu jeder Zeit erwischen – auch mit 30 oder 75“, sagt Schmidt-Weber. Häufig sei es auch so, dass mit der Zeit weitere Allergien hinzukommen, gegen Hausstaubmilben etwa. Fälle von wieder verschwindenden Allergien mag es zwar geben. Verlässlich dokumentiert seien sie bislang aber nicht.

Beim Allergologen gibt es verschiedene Formen von Tests, meistens an Haut oder Nase. So finden Betroffene nicht nur eventuelle Pollenallergien, sondern auch die dazugehörigen Kreuzallergien. Grundsätzlich gilt dabei: Heuschnupfen ist sehr individuell, fast jeder Patient reagiert auf unterschiedliche Pollen unterschiedlich stark. Mono-Allergien sind allerdings selten: Die meisten Allergiker niesen und husten bei mehreren Pollenarten.

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