
Sinnvolle Alternative?
Bivalente Autos: Was es damit auf sich hat
Aktualisiert am 08.02.2026 – 18:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Bivalente Autos sind auf deutschen Straßen selten, dabei hat der multiple Antrieb auch Vorteile. Ein Überblick.
Wenn die Spritpreise steigen, sehnen sich viele Autofahrer nach einer alternativen Energiemethode. Trotzdem gehören bivalente Autos in Deutschland zu den seltenen Fahrzeugen auf den Straßen. Was steckt hinter dem Begriff und lohnt sich die Bivalenz?
Das bivalente Auto verfügt über einen Ottomotor, der wahlweise mit Benzin oder Gas (Autogas/LPG oder Erdgas/CNG) läuft. Die Besonderheit ist, dass es keine baulichen Änderungen am Aggregat gibt, denn die Brennstoffe werden in zwei unterschiedlichen Tanks gespeichert.
Der Gastank bietet zwischen 30 und 50 Litern Kapazität, ergänzt durch einen vollwertigen Benzintank mit 40 bis 60 Litern Kapazität für Notfälle. Fahrer können manuell umschalten, wobei Gas priorisiert wird.
Die Gesamtreichweite erhöht sich dadurch auf bis zu 1.200 Kilometer. Werkseitige Modelle, etwa der VW Golf Variant, gelten dabei allerdings als sicherer im Vergleich zu Nachrüstungen.
Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern und mehr sowie gutem Zugang zu Gas-Tankstellen kann sich die Anschaffung eines bivalenten Wagens lohnen.
Letzteres ist aber das Hauptproblem, denn wie der ADAC berichtet, werden bereits keine Neuwagen mehr mit CNG/Erdgas zugelassen. Es gibt in ganz Deutschland weniger als 800 Tankstellen für diese Fahrzeuge und potentiell werden es künftig immer weniger.
Der ADAC erklärt auch, dass ein Umbau auf CNG in der Regel nicht sinnvoll ist, weil es sich um ein Auslaufmodell handelt. Autogas ist die bessere Option, denn das Tankstellennetz ist in Deutschland stärker ausgebaut und die Nutzung gilt als günstiger.
Im Alltag kann ein bivalentes Fahrzeug durch die doppelte Reichweite ohne häufiges Tanken überzeugen. Im Gasbetrieb ist das Auto leise und verursacht weniger Emissionen als im Benzinbetrieb.
Das automatische Umschalten verhindert plötzlichen Stillstand, wenn keine Tankstelle für Gas in der Nähe ist. Für Gelegenheitsfahrten in der City lohnt sich der Tausch jedoch kaum, da der Mehrwert erst bei vielen Kilometern zu spüren ist.
Autos mit reinem Benzin- oder Dieselmotor lassen sich auf bivalenten Betrieb umrüsten. Hierfür muss eine Gasanlage eingebaut werden, um den Motor für beide Brennstoffe nutzbar zu machen. Fachwerkstätten übernehmen die Installation, die meist in der Ersatzradmulde erfolgt.
Der Umbau kann bis zu acht Stunden dauern und abhängig vom Fahrzeugtyp mehrere tausend Euro kosten. In Deutschland muss der Nachrüstumbau TÜV-geprüft erfolgen und straßenzulässig sein, die Maßnahmen werden in den Fahrzeugschein eingetragen.
Wichtig zu wissen: Die Garantieansprüche beim Hersteller können durch die Umbaumaßnahmen erlöschen.