Große Auswertung

Was deutsche Urlauber im nächsten Jahr anders machen wollen


21.10.2026 – 09:29 UhrLesedauer: 3 Min.

An der Ostsee: Deutsche Urlauber zieht es nicht immer ins Ausland. (Quelle: AscentXmedia)

Globale Krisen, Hitze und Massentourismus verändern das Reiseverhalten der Deutschen. Eine große Auswertung zeigt, wie viele ihre Reisen künftig anpassen.

Die Lust aufs Reisen ist groß – aber viele Deutsche gehen die Planung ihrer Urlaubsreise für das kommende Jahr eher pragmatisch an.

Das zeigt der NowNext Travel Report 2026/2027, den die Reisebuchungsplattform Omio gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen YouGov erstellt hat. Befragt wurden 8.505 Erwachsene in sechs Ländern, darunter 2.093 in Deutschland. Ausgewertet wurden die Antworten derjenigen, die in den nächsten zwölf Monaten möglicherweise verreisen – in Deutschland 1.768 Personen.

Spannend ist dabei weniger die Frage, ob die Deutschen reisen – als vielmehr, wie. Denn die Zahlen zeichnen das Bild einer Reisenation, die nicht verzichtet, sondern sich den aktuellen Gegebenheiten anpasst: zeitlich, räumlich und beim Budget.

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Deutsche bleiben lieber in der Nähe

Weit weg muss es nicht sein: 57 Prozent der deutschen Reisenden planen einen Urlaub im europäischen Ausland. Fast genauso viele – 56 Prozent – wollen im eigenen Land bleiben. Unter den Fernzielen liegt Asien mit 16 Prozent vorn.

Ein Grund für die Zurückhaltung ist das Weltgeschehen. Für 76 Prozent beeinflussen globale Krisen die Reiseplanung. 43 Prozent bevorzugen deshalb Ziele, die sie als sicher und stabil einstufen – im Durchschnitt aller befragten Länder sind es nur 36 Prozent. Knapp ein Drittel (31 Prozent) möchte bestimmte Regionen oder Länder ganz meiden.

So sparen die Deutschen Urlaubskosten

Reisen ist auch immer eine Frage des Geldes – und es gibt durchaus einige Strategien, um die Urlaubskosten zu reduzieren. Die häufigste Sparstrategie ist in Deutschland die Reise außerhalb der Hochsaison (34 Prozent). Nach günstigeren Angeboten suchen dagegen nur 24 Prozent.

Für Reisen in der Nebensaison sprechen aber auch noch zwei andere Dinge:

  • Hitze: 75 Prozent erwägen, künftige Reisen wegen hoher Temperaturen anzupassen. 42 Prozent würden in einem anderen Monat oder einer anderen Jahreszeit verreisen, 28 Prozent würden Zeitpunkt, Route oder Verkehrsmittel ändern.
  • Andrang: 29 Prozent sind in den vergangenen zwei Jahren aus Sorge vor Übertourismus bewusst außerhalb der Hochsaison gereist.

Besonders die Gen Z lässt sich den Urlaub nicht nehmen: 25 Prozent planen früher und sorgfältiger, 22 Prozent sparen an anderer Stelle, um reisen zu können. Bei den Babyboomern sind es 18 beziehungsweise 15 Prozent.

Viel Action – oder einfach entspannen

Beim Reisestil driften zwei Lager auseinander. Die einen stellen sich den Urlaub zusammen wie ein Menü: 45 Prozent planen eine Reise mit zwei oder mehr Stationen im selben Land oder in derselben Region. Für 33 Prozent wird der Urlaub dadurch abwechslungsreicher und besonderer. Und 30 Prozent sehen bereits die Fahrt zwischen den Stationen als Teil des Erlebnisses.

Die anderen schalten einen Gang zurück. 33 Prozent finden einen Urlaub, bei dem es vor allem ums Ausruhen geht, heute reizvoller als noch vor ein paar Jahren. 30 Prozent kehren lieber an vertraute Orte zurück. Einen Urlaub voller Aktivitäten finden gerade einmal 6 Prozent ansprechender.

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