Was der VW Passat (B6/B7) als Gebrauchtfahrzeug taugt

Generation B6/B7 im Check

Was der VW Passat als Gebrauchtfahrzeug taugt


15.09.2016Lesedauer: 3 Min.

Der VW Passat Variant B7 ist ein echter Kilometerfresser. (Quelle: Hersteller-bilder)

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Keine Frage – der VW Passat ist eines der beliebtesten Fahrzeuge hierzulande. Wer sich für einen Gebrauchtwagen interessiert, sollte nichtsdestotrotz auf ein paar typische Schwächen achten.

Als Deutschlands wohl beliebtester Dienstwagen ist der VW Passat der Kilometerkönig unter den Gebrauchten. Nach vier Jahren ist oft schon die 100.000-Kilometermarke überschritten. Angesichts dieses harten Programms hält sich das Mittelklassemodell der zwischen 2005 und 2014 gebauten Generation B6/B7 (Typ 3C und 3C/36) beim TÜV richtig gut.

Geräumig und bequem muss ein Reiseauto für lange Autobahnetappen sein. Der gegenüber dem Vorgänger innen und außen deutlich gewachsene Passat B6 bietet das – vor allem als Kombi Variant, der die mit großem Abstand beliebteste Karosserieversion ist. Selten zu sehen und zu kaufen ist die eher biedere Limousine. Seit 2008 gibt es das viertürige Coupé Passat CC, die wohl schickste, aber auch unpraktischste Variante des Mittelklassemodells.

Optisch wirkt das Passat-Modell ab 2010 deutlich moderner als der seit 2005 gebaute Vorgänger, der mit seinem üppigen Chrom-Kühlergrill ein stilistischer Ausreißer im VW-Programm ist. Offiziell spricht Volkswagen übrigens von zwei unterschiedlichen Modellgenerationen, die Technik ist aber weitgehend identisch und stammt – anders als beim Passat B5 – großteils vom kleineren VW Golf. Das hat eine allgemein billigere Machart zur Folge; so gibt es etwa statt der gewohnten Vierlenker-Vorderachse simplere Federbeine.

Die technische Annäherung an den Golf bedeutete auch die Rückkehr zum quer eingebauten Motor, die alten, nur längs montierbaren Sechszylindertriebwerke passten nicht mehr. Im Ausgleich wartet der VW-Bestseller ab 2007 mit den brandneuen TSI-Turbo-Triebwerken viel Kraft aus kleinem Hubraum.

Insgesamt standen über die Bauzeit in Deutschland rund ein Dutzend verschiedene Benziner mit 102 PS bis 300 PS (ab 2008 im neuen V6-Modell R36) zur Wahl. Wichtiger und viel häufiger zu finden sind aber die Diesel, von denen es unterschiedliche Vierzylinder-Ausführungen mit 1,6, 1,9 und 2,0 Litern Hubraum gab.

Zunächst wurden noch die rauen Pumpe-Düse-Motoren montiert, ab 2008 wurde auf die laufruhigere, günstigere und sparsamere Common-Rail-Technik umgestellt. Gängigster Motor ist auch auf dem Gebrauchtmarkt der 2,0-Liter-Diesel in der Variante mit 140 PS, der gute Fahrleistungen mit geringem Verbrauch kombiniert.

Wer es flotter mag, wählt die Ausführung mit 170 oder 177 PS, Einstiegsmotor ist ein 1,9-Liter-Triebwerk (später 1,6 Liter) mit 105 PS.

Vor allem die frühen Diesel hatten heftige technische Probleme, etwa mit den Luftdrucksensoren oder den Zweimassenschwungrädern. Mittlerweile dürften die meisten davon behoben sein. Immer noch problematisch könnten die anfälligen Ölpumpen-Antriebe sein. Wer bei leuchtender Ölwarnlampe weiterfährt, riskiert einen Motorschaden.

Neues zu bieten hat der Passat auch bei den Getrieben, wo VW sein DSG genanntes Doppelkupplungsgetriebe einführt, das mittlerweile quer durch das gesamte Modellprogramm zu haben ist. Die Automatik schaltet ohne Zugkraftunterbrechung, verlangt beim Rangieren und Einparken aber nach einem gefühlvollen Fuß, da das typische Automatik-Kriechen ebenso wegfällt wie das Kommenlassen der Kupplung. Wer lieber eine klassische Wandlerautomatik will, muss einen Benziner wählen.

So umfangreich wie das Antriebsangebot ist auch die Palette an Ausstattungslinien. Neben dem üblichen Dreiklang aus „Trendline“, „Comfortline“ und „Highline bzw. „Sportline“ gibt es zahlreiche Sondermodelle sowie die Spezial-Ausführungen „Individual“, „Bluemotion“, „R-Line Edition“ und „R36“.

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