Warum Trump die Insel unbedingt kaufen will

Donald Trumps Griff nach der Insel

Grönlands Reichtum liegt unter dem Eis


18.01.2026 – 14:08 UhrLesedauer: 5 Min.

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Im Video: Das steckt hinter Trumps Forderung, Grönland zu übernehmen. (Quelle: t-online)

Donald Trumps Interesse an Grönland zielt nicht nur auf Militärbasen und Abschreckung. Die Bodenschätze der Insel machen sie für die USA auch wirtschaftlich relevant.

Ab dem 1. Februar sollen zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf alle Waren gelten, die in die USA exportiert werden, ab dem 1. Juni sogar 25 Prozent. Aktuell liegt der Zollsatz für viele EU-Exporte bereits bei 15 Prozent. Betroffen wären neben Deutschland unter anderem Dänemark, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland.

Öffentlich begründet Trump sein Vorgehen mit militärischen Bedrohungen durch China und Russland. Doch die Eskalation zeigt: Grönland ist für Washington nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch wirtschaftlich und strategisch von Bedeutung. Das liegt besonders an den Schätzen im ewigen Eis – auch wenn sie bislang kaum genutzt werden.

Grönland war bis 1953 eine dänische Kolonie und erhielt seit 1979 schrittweise mehr Selbstverwaltungsrechte. Heute ist die Insel weitgehend autonom, doch zentrale Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik liegen weiterhin bei Dänemark. Der Wunsch nach vollständiger Unabhängigkeit ist in der grönländischen Politik seit Jahren präsent. Ökonomisch jedoch bleibt das Land stark abhängig von Kopenhagen.

Das zeigt sich insbesondere bei den Staatsfinanzen. Grönland erhält jährlich Millionenzahlungen aus Dänemark, um den Haushalt auszugleichen. „Ohne Zuwendungen aus Kopenhagen könnte Grönland nicht bestehen – das unterstreicht die enge wirtschaftliche und politische Verflechtung innerhalb des Königreichs“, sagt Andreas Wenzel, Chef der Deutsch-dänischen Handelskammer, t-online. Etwa die Hälfte der Staatseinnahmen stammt aus dem sogenannten Blockzuschuss, wie das Geld von Dänemark genannt wird.

Grönlands Wirtschaft wuchs in den vergangenen Jahren nur um etwa ein Prozent jährlich, bei einer vergleichsweise hohen Inflation von bis zu vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das liegt speziell an der schmalen Wirtschaftsstruktur – und der extrem hohen Importquote.

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