Amokfahrt trotz Hightech

Die fatale Sicherheitslücke in Autos


05.05.2026 – 14:48 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Stadt steht unter Schock: Leipzig trauert um die Opfer der Amokfahrt vom Montag. (Quelle: Sebastian Willnow)

Nach der Amokfahrt von Leipzig herrscht Fassungslosigkeit. Zwei Menschen sterben, als ein Mann mit seinem Auto durch eine Fußgängerzone rast. Der Fall wirft eine drängende Frage auf: Hätte Technik die Tat verhindern können?

Während Ermittler und Augenzeugen das Geschehen am Leipziger Augustusplatz rekonstruieren, wird eine bittere Wahrheit deutlich: Trotz der massiven Aufrüstung mit Sensoren und Assistenzsystemen, die als Antwort auf frühere Tragödien vorangetrieben wurde, bleibt das Auto eine potenzielle Waffe.

Die Absicht, menschlichen Vorsatz durch kluge Algorithmen technisch unmöglich zu machen, zerbricht in der Grimmaischen Straße an der Realität. Dabei schien der Plan lückenlos: Ein engmaschiges Netz aus Verordnungen und technischer Überwachung soll den Faktor Mensch im Gefahrenmoment ausschalten.

Seit Juli 2024 müssen alle neu zugelassenen Autos in der EU mit einem Notbremsassistenten ausgestattet sein. Diese Systeme erkennen Fahrzeuge, Fußgänger oder Radfahrer und können im Ernstfall automatisch bremsen.

Ihr Zweck ist klar: Sie sollen Unfälle durch Unachtsamkeit verhindern oder abmildern, beispielsweise wenn ein Fahrer zu spät reagiert. Genau hier entfalten sie ihre große Wirkung. Was sie jedoch nicht können, ist, gezielte Handlungen zu verhindern.

Ob der Notbremsassistent im konkreten Fall eingegriffen hat, ist Gegenstand der Ermittlungen. Grundsätzlich gilt: Die Systeme arbeiten innerhalb physikalischer und technischer Grenzen. Dazu gehören verschiedene Kriterien:

Solche Assistenzsysteme können zwar starke Bremsungen auslösen. Sie sind jedoch nicht dafür ausgelegt, ein Fahrzeug unter allen Umständen sofort zum Stillstand zu bringen, insbesondere nicht bei höheren Geschwindigkeiten oder bei bewusstem Fahrverhalten.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Die Pflicht gilt nur für Neuwagen. Die meisten Fahrzeuge auf deutschen Straßen wurden jedoch lange vor 2024 zugelassen und haben keine oder weniger leistungsfähige Assistenzsysteme.

Auch wenn Assistenzsysteme solche Taten nicht zuverlässig verhindern können, spielen sie bei der Aufklärung eine Rolle. Denn moderne Fahrzeuge speichern bestimmte Fahrdaten kurz vor einem Unfall. Dazu zählen:

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