Rituelles Schächten

Wie Muslime das Opferfest begehen


Aktualisiert am 03.06.2025Lesedauer: 3 Min.

Opferfest: Es dauert vier Tage und bildet den Höhepunkt der Haddsch. (Quelle: SoumenNath/getty-images-bilder)

Das islamische Opferfest ist eines der höchsten religiösen Feste im Islam. Erfahren Sie hier, wann es stattfindet und warum Gläubige Opfertiere rituell schlachten.

Das islamische Opferfest wird auch Eid ul-Adha genannt und ist zusammen mit dem Zuckerfest die bedeutendste Festlichkeit im islamischen Jahr. Es wird einmal jährlich von Muslimen weltweit gefeiert.

Mit dem islamischen Opferfest ehren Muslime den Propheten Abraham, der nach der Überlieferung im Vertrauen zu Gott bereit war, seinen eigenen Sohn zu opfern. Im letzten Augenblick verhinderte Gott das Opfer und Abraham opferte stattdessen ein Lamm.

Diese Prüfung Abrahams ist nicht nur im Koran, sondern auch in der Bibel und in der Tora überliefert. Abraham gilt wegen seines uneingeschränkten Gottvertrauens als Stammvater der drei monotheistischen Religionen.

Das Opferfest dauert vier Tage und bildet den Höhepunkt des Hadsch, der Wallfahrt nach Mekka. Das Fest beginnt mit einem festlichen Gebet am Morgen des ersten Feiertags. Nach Angaben der Deutschen Islam Konferenz (DIK) sind dazu auch ausdrücklich Frauen eingeladen. Nach dem abgehaltenen Gebet tauschen Gläubige Glückwünsche und Süßigkeiten aus. Auch Geschenke an Kinder gehören dazu.

Anschließend findet die rituelle Schlachtung eines Lammes oder anderen Tieres statt. Das Opfertier wird nach islamischen Regeln geschächtet – das heißt ausgeblutet –, da Blut im Islam als unrein gilt. Es gibt strenge Auflagen und Regeln für die Tierschlachtung zum Opferfest. Die Schlachtung selbst darf nur ein praktizierender Muslim, der die religiösen Vorgaben einhält, durchführen.

Für das Ritual werden häufig Schafe oder Ziegen verwendet. Dem Tier werden die Augen verbunden und es wird so positioniert, dass sein Kopf in Richtung Mekka zeigt. Anschließend wird die Hauptschlagader des Tieres durchtrennt und es wird an den Hinterbeinen aufgehängt. Dadurch kann das Blut aus dem Körper des Tieres fließen. Das Tier wird für das Ritual nicht betäubt.

Dann wird das Fleisch in drei Teile geteilt: Ein Teil geht an Bedürftige, ein Teil an Verwandte und Freunde und der dritte Teil wird behalten und in Form eines Festessens direkt nach der Schlachtung verzehrt. Dazu sind Freunde und Verwandte eingeladen.

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