Im Flugzeug
Warum müssen beim Start die Sonnenblenden offen bleiben?
Aktualisiert am 14.05.2026 – 08:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Bei Start und Landung müssen die Sonnenblenden geöffnet sein. Ist das Schikane?
Kurz vor dem Start oder der Landung heißt es: Die Sonnenblenden müssen geöffnet sein – egal, ob die Sonne blendet oder man gerade schlafen möchte. Doch hinter dieser scheinbar kleinen Maßnahme steckt ein wichtiges Sicherheitsprinzip – eines, das im Ernstfall Leben retten kann.
Was viele nicht wissen: Die offene Sonnenblende ist eine wichtige Sicherheitsvorkehrung bei Start und Landung. Sie gehört zur sogenannten „Cabin Ready“-Meldung, die die Flugbegleiter dem Cockpit geben müssen. Erst wenn alles überprüft ist – Sitze senkrecht, Tische hochgeklappt, Gurte angelegt und eben auch: Sonnenblenden oben –, darf der Pilot überhaupt starten oder landen. Ist das nicht der Fall, bleibt die Maschine in der Luft oder am Boden.
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Der Hauptgrund ist die Sichtkontrolle: Flugbegleiter müssen jederzeit erkennen können, was außerhalb des Flugzeugs passiert – besonders im Bereich der Tragflächen, denn dort befinden sich oft die Notausgänge. Wenn dort etwa ein Triebwerk brennt oder sich Rauch entwickelt, muss die Crew das sofort sehen können. Nur so kann sie im Ernstfall entscheiden, welche Ausgänge genutzt werden dürfen – und welche besser nicht.
Piloten können solche Ereignisse meist nicht selbst erkennen. Ihre Sicht ist stark eingeschränkt: nach vorn und nur begrenzt zur Seite. Sie sind also auf die Rückmeldung der Kabine angewiesen. Wenn die Sicht nach draußen durch geschlossene Sonnenblenden blockiert ist, fehlt diese wichtige Informationsquelle.
Freie Sicht rettet Leben
Da es besonders in Notfällen auf jede Sekunde ankommt, ist die freie Sicht essenziell – sie kann Leben retten, etwa bei einer Evakuierung. Nur durch geöffnete Blenden kann die Crew schneller und gezielter Entscheidungen treffen.
Was viele Passagiere ebenfalls nicht bedenken: Bei einem Stromausfall im Flugzeug ist das Umgebungslicht draußen die einzige Lichtquelle. Ist es draußen hell, hilft das den Passagieren bei der Orientierung. Ist es dunkel – zum Beispiel bei Nachtlandungen –, gewöhnen sich die Augen durch die geöffneten Blenden schon vorab an das schwache Licht. Deswegen wird beim Start und der Landung auch das Licht ausgeschaltet.
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