Warum manche Allergien im Winter stärker zu spüren sind

In Innenräumen ist zudem die Ansteckungsgefahr erhöht. Erkältungsviren beispielsweise haben leichtes Spiel. Sind die Schleimhäute erkältungsbedingt entzündet, zeigen sich auch Allergiebeschwerden intensiver. Treffen Allergie- und Erkältungssymptome aufeinander, kann das für Betroffene sehr belastend sein.

Des Weiteren sind in den Wintermonaten oft vermehrt Reizstoffe in der Atemluft vorhanden, etwa Kerzenrauch und Kaminrauch. Auch Kochdämpfe können die Atemwege reizen. Ist es kalt, lüften viele Menschen seltener, und Reizstoffe verbleiben länger in den Räumen.

Laut dem Allergieinformationsdienst sind auch Duftkerzen nicht zu unterschätzen. Die Düfte können bei Menschen mit Asthma oder einer Kontaktallergie Reizungen der Schleimhäute und damit allergieähnliche Symptome verursachen. Es sei sogar möglich, dass Duftstoffe wie Zimt oder Zitrusaromen über die Luft eine tatsächliche Kontaktallergie in Form eines allergischen Kontaktekzems im Gesicht oder auf dem Handrücken auslösen.

Das Schimmelrisiko ist im Winter ebenfalls erhöht. Kommt Feuchtigkeit mit kalten Wänden und Fensterscheiben in Kontakt, entsteht Kondenswasser. Eine feuchte Umgebung ist ein Nährboden für Schimmel. Schimmelsporen reizen nicht nur die Atemwege und können Lungenerkrankungen auslösen. Sie können auch allergische Beschwerden verursachen.

Trifft zudem Kälte auf die strapazierten Atemwege, sind diese zusätzlich belastet. Laut dem DAAB ist kalte Winterluft besonders für Asthmatiker problematisch, da Kälte die Atemwege verengen und Symptome wie Husten, Atemnot und Engegefühl in der Brust verstärken kann. Vor allem plötzliche Wechsel zwischen kalter Außenluft und warmer Innenluft sind laut den Allergieexperten ein Problem: Große Temperaturunterschiede von mehr als zehn Grad könnten Asthmaanfälle begünstigen.

Außerdem ist es möglich, dass sich ein Heuschnupfen im Winter über Umwege bemerkbar macht. Wer vermehrt zu Obst, Gemüse und Nüssen greift und Allergiesymptome bei sich bemerkt, sollte aufmerksam werden. Es kann sich um eine Kreuzallergie handeln: Allergene in den Baumpollen ähneln Proteinen, die auch in einigen Pflanzen, Früchten und Gemüse vorkommen. Das Immunsystem verwechselt Äpfel, Haselnuss, Karotten oder Sojabohnen mit Birkenpollen.

Ebenso ist es wichtig, die antiallergische Basistherapie, etwa mit Kortikosteroiden oder Antihistaminika, fortzuführen. Bei einer deutlichen Verschlechterung der Beschwerden sollten Betroffene eine ärztliche Praxis aufsuchen. Eine ärztliche Begleitung hilft, akute Beschwerden zu lindern und einer Verschlechterung vorzubeugen, zum Beispiel durch entzündungshemmende Therapien oder eine Immuntherapie (Hyposensibilisierung).

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