Warum keine neue Rally zu erwarten ist

In Spanien treibt der Tourismus das Wachstum, Direktinvestitionen legen zu, Milliarden aus dem EU-Wiederaufbaufonds werden investiert. Die Energiekosten sind niedrig, die Lohnkosten auch. Nun sind EU-Milliarden und Tourismus-Gewinne (siehe Proteste der Bevölkerung auf Mallorca, Ibiza und in Barcelona gegen zu viel Tourismus und dadurch steigende Lebenshaltungskosten) keine Dauerläufer, aber derzeit sind Investoren von Spanien angetan.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Märkte wie der französische oder der Schweizer Aktienmarkt deutlich schlechter gelaufen sind. In Frankreich ist es der politische Stillstand, der verunsichert. Die Wirtschaft wächst zwar, aber die Schulden tun es auch. Die Schweiz leidet und litt unter den US-Zöllen.

Hier nun ein abschließender Blick auf die Risiken: Handelskonflikte sind zwar gerade ein wenig zur Ruhe gekommen, sie können aber jederzeit wieder aufflammen – zwischen den USA und China, zwischen den USA und Europa, zwischen China und Europa. Der Kampf um Rohstoffe und Weltherrschaft endet nicht mit dem Kalenderblatt des 31. Dezember. Geopolitische Krisen sind nicht beendet: Chinas Anspruch auf Taiwan, der US-Anspruch auf Grönland, der Konflikt mit Venezuela. Vor allem in Nahost liegt weiter viel Konfliktpotenzial. Übergangslösungen in Gaza bringen nur vermeintlich Ruhe in die Region.

Die Frage ist auch, wie es im KI-Sektor weitergeht. Viele KI-Aktien von Meta, Alphabet, Microsoft oder Nvidia sind stark gelaufen im Jahr 2025. Sie allein ziehen ganze Aktienindizes nach oben, bilden aber auch ein Klumpenrisiko. Solange Investoren hier Vertrauen haben und die Gewinne steigen, mögen Investoren am Ball bleiben. Aber was, wenn nicht?

Dazu dürfte das Thema Staatsverschuldung wieder neu in den Fokus rücken. Wir sehen hohe Risiken in den USA – das ist traditionell so. Aber wir haben auch im Frühjahr 2025 gesehen, wie schnell Investoren-Vertrauen kippen kann. Wenn dann die Wirtschaft nicht entsprechend läuft, Einnahmen nicht wie geplant kommen, wenn Misstrauen steigt, wenn Zinsen nicht wie erwartet sinken, werden sowohl am Aktien- als auch am Renten- und Devisenmarkt Karten neu gemischt. Und auch in Europa sind Schulden – siehe Frankreich – nur für den Moment unter den Teppich gekehrt …

Alles in allem, so die Experten, sollte es am deutschen Aktienmarkt weiter aufwärtsgehen. In normalerer Gangart. Nach drei Jahren Rausch ist kein Kater, aber mehr Normalität zu erwarten. Ich wünsche Ihnen allezeit kluge Investments und ein gutes 2026.

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