Warum heißt es eigentlich „Fettdonnerstag“?

Weiberfastnacht startet

Warum heißt es in Aachen eigentlich „Fettdonnerstag“?


Aktualisiert am 12.02.2026 – 08:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Berliner (Symbolbild): Am fetten Donnerstag dreht sich alles um das Gebäck. (Quelle: Imago)

Wenn ein Aachener von dem Donnerstag spricht, mit dem die heiße Karnevalsphase startet, spricht er vom „Fettdonnerstag“. Was das mit Berlinern zu tun hat.

Spricht ein Aachener mit einem Kölner über den „Fettdonnerstag“, löst das oft erstaunte Gesichter aus. Während in Köln traditionell von „Weiberfastnacht“ die Rede ist, hat sich in Aachen eine eigene Bezeichnung für den Donnerstag vor Karneval etabliert. Doch woher stammt der Begriff „Fettdonnerstag“ und warum ist er gerade in Aachen so verbreitet?

Der Begriff „Fettdonnerstag“ leitet sich, wie ähnliche Bezeichnungen in anderen Regionen, vom Wort „Fett“ ab. In vielen Gegenden des deutschsprachigen Raums heißt dieser Tag auch „Schmotziger Donnerstag“, „Schmutziger Donnerstag“ oder „Gombiger Donnerstag“. Dabei hat „schmotzig“ auch in diesen Regionen nichts mit Dreck zu tun, sondern stammt aus dem Alemannischen und bedeutet ebenfalls „fettig“.

Der Zusammenhang mit dem Fett geht auf alte Fastnachtstraditionen zurück: Bevor die Fastenzeit begann, wurden noch einmal reichhaltige, fetthaltige Speisen verzehrt. Besonders beliebt war damals in Fett gebackenes wie Krapfen oder Berliner, die in großen Mengen gegessen wurden, bevor das 40-tägige Fasten begann. Zudem galt der Donnerstag als traditioneller Schlachttag – die letzte Gelegenheit, Fleisch zu verzehren, bevor es in der Fastenzeit tabu war.

Während in Köln der Begriff „Weiberfastnacht“ gebräuchlich ist, spricht man in Aachen vom „Fettdonnerstag“. Historiker vermuten, dass diese Bezeichnung auf lokale Bräuche und die kulinarische Bedeutung des Tages zurückzuführen ist. Eine andere Theorie besagt, dass der Begriff mit der Stadtgeschichte Aachens und seinen Backtraditionen zusammenhängt.

„Weiberfastnacht“ hingegen hat eher gesellschaftliche Wurzeln: Der Name geht auf die Tradition zurück, dass an diesem Tag früher die Frauen das Zepter in die Hand nahmen und symbolisch die Herrschaft übernahmen – unter anderem durch das Abschneiden von Krawatten der Männer.

Besonders beliebt ist der Rathaussturm, bei dem kostümierte Närrinnen und Narren das historische Gebäude symbolisch „erobern“. Zahlreiche Veranstaltungen, Umzüge und Partys prägen das Stadtbild. Viele Unternehmen und Institutionen beenden den Arbeitstag früher, um gemeinsam zu feiern. Verkleidete Menschen bevölkern die Straßen, und die Stadt verwandelt sich in eine riesige Karnevalsbühne.

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