
Frag t-online
Zufallsfund: Lässt sich DDR-Mark noch in Euro tauschen?
18.02.2026 – 08:05 UhrLesedauer: 3 Min.
Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Es geht heute darum, ob man DDR-Mark noch in Euro umtauschen kann.
In der DDR war es für viele Menschen ganz normal, Bargeld nicht zur Bank zu bringen, sondern im eigenen Haus zu verstecken. Aus Misstrauen gegenüber staatlichen Stellen oder schlicht aus Vorsicht lagerten viele Familien ihr Erspartes lieber in Koffern, Blechdosen oder hinter Tapeten. Bis heute tauchen deshalb bei Renovierungen oder nach Erbschaften immer wieder Bündel DDR-Mark auf – manchmal im Wert von mehreren Tausend Mark.
So ging es auch einem t-online-Leser: Nach dem Erbe seines Elternhauses fand er bei Renovierungsarbeiten DDR-Geld unter dem Dielenfußboden. Nun stellt sich für ihn eine naheliegende Frage: „Kann ich DDR-Mark, die ich bei einem Zufallsfund entdeckt habe, heute noch in Euro umtauschen?“
Die kurze Antwort lautet: Nein. DDR-Mark-Scheine können weder bei der Deutschen Bundesbank noch bei anderen offiziellen Stellen in Euro umgetauscht werden.
Als am 1. Juli 1990 die D-Mark in der DDR eingeführt wurde, musste das gesamte Land innerhalb kürzester Zeit auf eine neue Währung umgestellt werden. Löhne, Gehälter, Renten, Mieten und andere sogenannte wiederkehrende Zahlungen wurden dabei im Verhältnis 1:1 umgestellt. Das bedeutete: Wer regelmäßig Geld bekam oder zahlte, erhielt rechnerisch denselben Betrag – nur eben in D-Mark statt in Ost-Mark.
Anders sah es beim Bargeld aus. DDR-Mark konnte man nicht einfach direkt an der Kasse gegen D-Mark tauschen. Stattdessen mussten die Scheine zunächst auf Konten eingezahlt werden. Dabei galten klare Obergrenzen, die nach Alter gestaffelt waren:
Alles, was darüber hinausging, wurde im Verhältnis 2:1 umgerechnet. Das bedeutete: Für zwei Mark DDR bekam man nur eine D-Mark. Diese Umtauschfrist lief bereits am 1. Juli 1990 ab. Münzen – die Pfennige – blieben immerhin ein Jahr länger gültig, nämlich bis zum 30. Juni 1991.
Besonders bitter war eine weitere Regel: Guthaben, die erst nach dem 31. Dezember 1989 entstanden waren, wurden sogar zu einem Kurs von 3:1 umgestellt. Viele Menschen empfanden das als herben Einschnitt. Denn dadurch wurde das Ersparte – und damit auch ein Teil der finanziellen Lebensleistung vieler DDR-Bürger – mehr als halbiert.