
Alte Bräuche
Warum Dorfbewohner früher Masken trugen, um den Winter zu vertreiben
27.01.2026 – 18:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Menschen sehnten bei harten Wintern den Frühling herbei. Ließ der Lenz auf sich warten, halfen die Dörfler trickreich nach.
Herrschte auch im Spätwinter Frost, konnte man nicht mit der Aussaat auf den Feldern beginnen. Der Volksglaube gab Dämonen und bösen Geistern hierfür die Schuld. Warum die Landbewohner bei der Vertreibung des Winters Masken trugen, lesen Sie hier.
Die Furcht der Menschen vor Dämonen war noch vor wenigen Jahrhunderten allgegenwärtig. Um der bösen Geister Herr zu werden, ahmten die Dorfbewohner sie nach, indem sie sich furchteinflößende Masken aufsetzten. In der Vorstellungskraft der Dorfbewohner sahen die Menschen dann selbst wie Dämonen aus. So glaubten sie, den bösen Geistern gleichwertig zu sein und ihnen Einhalt gebieten zu können.
Die Dorfbewohner plagte jedoch die Furcht, von den Geistern bei der Austreibung des Winters erkannt zu werden. Damit die Dämonen sich nicht an ihnen rächen konnten, maskierten sie sich wie Räuber. Nicht immer trug die Maskerade Früchte, und der Winter hielt sich hartnäckig bis zum April.
Die Zeit der Aufklärung nahm den Menschen nach und nach ihre Angst vor den Mächten der Finsternis. Der Brauch sich zu verkleiden und zu maskieren blieb erhalten. Der Tanz in den Frühling festigte die Dorfgemeinschaft. Bis in unsere Zeit feiern vor allem die Menschen im Schwarzwald und in den Alpen Feste, um den Frühling zu begrüßen:
Angst regt die Schöpfungskraft an. Die Masken zur Abschreckung der Dämonen gelten heute als Kunstwerke, die in Museen zu bestaunen sind.