Warum die Aktie des Unternehmens plötzlich einbricht

„Werden auch wieder andere Zeiten erleben“

SAP-Aktie bricht zweistellig ein – das steckt dahinter

29.01.2026 – 17:58 UhrLesedauer: 4 Min.

Christian Klein: Er ist Vorstandsvorsitzender des Softwarekonzerns SAP. (Quelle: Uwe Anspach)

Trotz steigender Gewinne und ambitionierter Zukunftspläne erlebt die SAP-Aktie einen Einbruch. Das verlangsamte Wachstum im strategisch wichtigen Cloudgeschäft verunsichert Investoren.

Die SAP-Aktie ist kräftig abgesackt – und das, obwohl Europas größter Softwarehersteller wächst und mehr Gewinn macht. Das Unternehmen aus Walldorf in Baden-Württemberg konnte seine Zahlen zwar verbessern und hat ehrgeizige Ziele für 2026. Dennoch sorgen die Auftragszahlen im wichtigen Cloudgeschäft dafür, dass die Aktie zwischenzeitlich um rund 16 Prozent auf 165 Euro fiel – und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Einen größeren Tagesverlust gab es im Herbst 2020, als SAP wegen eines Strategieschwenks hin zur Cloud die Geschäftsziele drastisch zusammenstrich. Der aktuelle Kursrutsch belastete auch den deutschen Leitindex Dax.

„Ich mache diesen Job jetzt seit sechs Jahren. Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt“, sagte Vorstandschef Christian Klein bei der Bilanzvorlage in Walldorf. Der aktuelle Aktienkurs sei nicht schön. Aber er sei sich sicher, dass SAP „einzigartig positioniert“ sei, um das Rennen bei Künstlicher Intelligenz (KI) im Geschäftsbereich zu gewinnen. Nun sei es wichtig, sich voll und ganz auf die Umsetzung der eigenen Strategie zu konzentrieren – unabhängig vom Kapitalmarkt. „Dann werden wir auch wieder andere Zeiten erleben.“

Der Grund für den Kursrutsch liegt vor allem im Cloudgeschäft. Die aktuelle Generation von SAP-Software wird nämlich in Rechenzentren betrieben. Die Kunden nutzen diese dann über das Internet. An die Stelle der einmaligen Lizenzverkäufe treten also regelmäßige Abogebühren.

Das ist ein Wachstumstreiber. Im vergangenen Jahr wuchs der Auftragsbestand in der Cloud auf Sicht von zwölf Monaten (sogenannter Current Cloud Backlog) um währungsbereinigt 25 Prozent. Das Wachstum war also hoch – fiel allerdings etwas niedriger aus als erwartet. Klein hatte im Dezember gesagt, dass so ein Wert eine Enttäuschung wäre. Ziel waren demnach mindestens 26 Prozent.

Auch im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit weniger Wachstum beim kurzfristigen Vertragsbestand. Finanzchef Dominik Asam sagte, der Rückgang der Wachstumsrate werde aber nicht so deutlich ausfallen wie zuletzt. Anleger sind empfindlich, wenn es um diese Kennzahl geht. Sie beschreibt, wie viel an Umsatz aus bereits geschlossenen Verträgen über eine bestimmte Zeit in der Zukunft hereinkommt – in diesem Fall auf Sicht der kommenden zwölf Monate. Die Kennzahl ist damit ein guter Gradmesser für die Kundennachfrage.

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