Was hat Bitcoin mit den Zinsen zu tun?
Der Zusammenhang ist in den vergangenen Jahren deutlich stärker geworden, weil sich die Investorenstruktur verändert hat. Früher dominierten Privatanleger, heute spielen institutionelle Investoren eine große Rolle. Steigen die Zinsen, investieren sie eher in sichere Anlagen. Sinkende Zinsen hingegen erhöhen die Nachfrage nach riskanteren Anlagen wie Tech-Aktien oder Kryptowährungen. Entsprechend hoch ist die Korrelation.
Alles auf eine Anlageklasse zu setzen, bietet zwar große Chancen, birgt aber auch enorme Risiken
Uli Spankowski
Welche Faktoren spielen noch eine Rolle?
Auch die Stärke der US-Wirtschaft ist entscheidend. Aktuell sind die Wirtschaftsdaten besser als erwartet, was den Druck auf Zinssenkungen reduziert. Gleichzeitig sind die Renditen von US-Staatsanleihen gestiegen – ein weiterer Grund für Umschichtungen in sichere Anlagen. Sollte sich die Wirtschaft abschwächen, könnte politischer Druck auf sinkende Zinsen entstehen. Das würde Kryptowährungen wiederum Rückenwind geben.
Manche Fachleute wie Robert Kiyosaki, Autor des Selbsthilfe-Bestsellers „Rich Dad, Poor Dad“, raten, alles auf Bitcoin zu setzen. Ein guter Tipp?
Die Argumentation ist nachvollziehbar: Ein knappes Gut mit steigender Nachfrage kann langfristig im Preis steigen. Entscheidend ist aber der Anlagehorizont. Wer kurzfristig auf schnellen Reichtum hofft, geht ein sehr hohes Risiko ein. Langfristiger Vermögensaufbau bedeutet, über viele Jahre ein breit gestreutes Portfolio aufzubauen. Alles auf eine Anlageklasse zu setzen, bietet zwar große Chancen, birgt aber auch enorme Risiken, gerade bei einer so volatilen Klasse wie Bitcoin. Deshalb rate ich klar zur Diversifikation und dazu, Kryptowährungen nur als Beimischung zu nutzen.
Herr Spankowski, wir danken Ihnen für das Gespräch.
