Iran-Krieg
Merz vs. Trump: Warum der Kanzler seinen Ton verändert
Aktualisiert am 17.03.2026 – 13:32 UhrLesedauer: 4 Min.
Der Kanzler äußert sich öffentlich so kritisch wie selten zum Kurs von US-Präsident Trump im Iran-Krieg. Ist das durchzuhalten?
Es sind klare, harte Worte, die sich manche wohl schon früher vom Bundeskanzler gegenüber dem US-Präsidenten gewünscht haben. „Dieser Krieg ist nicht Angelegenheit der Nato“, sagt Friedrich Merz am Montagabend mit ernstem Gesichtsausdruck im Kanzleramt in Berlin in Richtung Donald Trump. Die Nahost- und Golf-Region dürfe „nicht in einen ewigen Krieg mit unklaren Zielen hineinschlittern“, warnt der Kanzler bei einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten.
Das Ende der iranischen Führung „herbeizubomben wird nach allen Erfahrungen, die wir ja auch in früheren Jahren und Jahrzehnten gemacht haben, aller Voraussicht nach nicht gelingen“, ergänzt Merz. Kein Herumlavieren, sondern eine klare Absage an Trump. Dabei galt Merz bisher als einer der wenigen in der EU mit guten Kontakten zum US-Präsidenten.
Dabei hatte der Kanzler vor seinem Besuch im Weißen Haus direkt nach dem Start der Angriffe Israels und der USA auf den Iran noch gesagt, es sei „jetzt nicht der Moment, unsere Partner und Verbündeten zu belehren“. Nun fühlen sich manche bei Merz dagegen gar an den damaligen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und dessen Absage an einen US-Angriff auf den Irak aus dem Jahr 2003 erinnert.
Fünf Gründe, warum sich Merz nun auch öffentlich scharf gegen Trump abgrenzt:
Trump hatte der Nato in der „Financial-Times“ gedroht, falls sie bei der Sicherung von Öltransporten in der Straße von Hormus nicht helfe, werde sie vor einer „sehr schlechten“ Zukunft stehen.
Die Nato sei ein Verteidigungs- und kein Interventionsbündnis, kontert Merz. Er selbst habe mit dafür gesorgt, dass die berechtigten Anliegen Trumps für eine bessere Nato-Finanzierung erfüllt worden seien. „Deswegen wünsche ich mir, dass wir auch mit dem notwendigen Respekt im Bündnis hier miteinander umgehen.“ Respekt – wer Merz kennt, weiß, wie wichtig ihm dieser ist.
