
Der Dax steigt und steigt. Nach drei sensationellen Jahren geht es auch 2026 weiter aufwärts, allen Krisen zum Trotz. Ist das noch gesund?
Bekommen Sie auch langsam Höhenangst? Der Dax notiert seit einigen Tagen oberhalb der Marke von 25.000 Punkten. Das mag zwar eine psychologisch wichtige Marke sein. Doch im Grunde ändert es wenig an unserem Depotstand oder den Bewertungen, ob Deutschlands Vorzeige-Index nun bei 24.999 oder 25.001 Punkten steht. Rekord bleibt eben Rekord, und die 25.000 ist schon eine beeindruckende Zahl.
Beeindruckend ist auch die Rally, die der Dax in den vergangenen drei Jahren aufs Parkett gelegt hat. Im vergangenen Jahr legte der Index um stolze 23 Prozent zu, im Jahr zuvor waren es knapp 19 Prozent. 2023 summierte sich das Plus auf gut 20 Prozent. Und seit Jahresbeginn geht es auch schon wieder einige Prozentpunkte aufwärts. Vielleicht erinnern Sie sich: Die Marke von 20.000 Punkten hat der Index überhaupt erst im Jahr 2024 geknackt. Jetzt sind es also schon 5.000 Punkte mehr! Folgt bald die 26.000, 27.000 oder gar 28.000, wie einige Experten prognostizieren? Und ist sogar die Marke von 30.000 in greifbarer Nähe?
Fakt ist: Das, was da an den Märkten in jüngster Vergangenheit passiert ist, ist nicht normal. Langfristig steigt der Dax im Schnitt etwa neun Prozent pro Jahr. Natürlich gibt es Jahre mit höheren Kursgewinnen. Aber 20 und mehr Prozentpunkte? Das ist schon sehr sportlich. Und natürlich gibt es auch Jahre mit sehr viel geringeren Gewinnen oder sogar heftigen Verlusten.
2022 verlor der Index gut zwölf Prozent. Damals hatten die weltweiten Notenbanken die Zinsen in kurzer Zeit sehr stark erhöht, um die Inflation einzudämmen. Im Jahr 2008, inmitten der Finanzkrise, kam der Index richtig unter die Räder und büßte fast 40 Prozent ein. Auf die schlechtesten Jahre folgen zum Glück oft die besten. Auf Phasen mit extremen Kursgewinnen folgt aber leider oft eine Korrektur, manchmal gar ein Crash. Eine feste Regel ist das aber nicht. Zum Glück.
Kursrücksetzer, Korrekturen und sogar Crashs gehören an der Börse dazu. Wenn Sie bereits länger investiert sind, dann haben Sie das schon erlebt. Oder gehören Sie zu den zwei Millionen Neu-Aktionären? Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Anlegerinnen und Anleger, die indirekt über Fonds und ETFs oder direkt in Aktien investieren, nämlich auf ein Rekordhoch von 14,1 Millionen Menschen gestiegen. Das zeigen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Eigentlich sind es aber noch viel mehr. Denn erfasst wurden nur Menschen ab 14 Jahren, die jüngeren nicht mitgerechnet. Wer noch neu an der Börse ist, kennt keine echten Rücksetzer. Vielleicht sind die Neu-Aktionäre sogar von den Dax-Rekorden angelockt worden?