
Weltgeschichte auf vier Rädern
Das erfolgreichste Auto aller Zeiten wird 60
22.01.2026 – 12:16 UhrLesedauer: 2 Min.
55 Millionen Käufer, zwölf Generationen, ein Ruf wie Granit: Der Corolla gilt als unzerstörbar. Doch nun bricht Toyota mit einer Grundregel der Branche und setzt bei seinem wichtigsten Modell alles auf eine Karte.
Er ist kein Statussymbol – er ist ein Werkzeug. Mehr als 55 Millionen Menschen haben ihn gekauft. Damit ist der Toyota Corolla das meistverkaufte Auto der Welt. Er hat Moden überlebt, Krisen und sogar Ikonen wie den VW Käfer. Und während andere Hersteller schwanken, geht Toyota mit ihm für die Zukunft ein bemerkenswertes Risiko ein.
Seit 1966 ist der Corolla auf dem Markt. In über 150 Ländern gehört er zu den prägenden Modellen. Statistisch gesehen wird alle paar Minuten irgendwo auf der Welt ein Corolla verkauft. Zwölf Generationen haben diesen Erfolg getragen. Und die 13. steht schon bereit.
Der Corolla verdankt seinen Ruf keinem spektakulären Design und auch keiner großen Emotion. Sein Erfolg begann mit einem einfachen Versprechen: Er funktioniert.
Während westliche Hersteller Mängel oft erst im Alltag der Kunden ausbügelten, setzte Toyota früh auf konsequente Qualitätskontrolle. Das Ergebnis war ein Auto, das selten überraschte. Vor allem: fast nie negativ.
Ob als Taxi in New York oder als Familienauto in Berlin: Der Corolla wurde zum Synonym für Verlässlichkeit. Wer ihn kauft, sucht kein Statement. Er sucht ein Auto, das morgens garantiert anspringt. So einfach kann eine Erfolgsformel sein.
Ganz so brav war der Corolla allerdings nicht immer. 1983 brachte Toyota den AE86 auf den Markt: leicht, heckgetrieben, heute eine Legende der Drift-Szene. Dieser Ausreißer gab dem Modell dann doch ein wenig Glanz und hielt die Marke auch emotional im Gespräch. Vernunftauto und Fahrspaß schlossen einander plötzlich nicht mehr aus.
Nun steht der Corolla erneut an einem Wendepunkt. Während die Konkurrenten insbesondere aus China zunehmend auf Elektromobilität setzen, geht Toyota einen anderen Weg. Die nächste Generation folgt der sogenannten Multi-Pathway-Strategie: Der Kunde soll wählen können.