
Sollten sich Krisen weiter verschärfen oder weitere Konflikte hinzukommen, halten die Experten sogar Kursgewinne von 15 bis 30 Prozent für möglich. Ein wichtiger Treiber bleiben Gold-ETFs, also börsengehandelte Fonds, die den Goldpreis abbilden. Sie ermöglichen Anlegern, ohne physisches Gold am Markt teilzunehmen.
2025 flossen rund 77 Milliarden US-Dollar in globale Gold-ETFs. Die Bestände stiegen um mehr als 700 Tonnen. Seit Mai 2024 liegt der Zuwachs bei etwa 850 Tonnen – weniger als in früheren Boomphasen, aber mit weiterem Wachstumspotenzial.
Gold ist begrenzt verfügbar und genau das stützt langfristig den Preis. Neue Vorkommen zu erschließen, ist teuer und zeitaufwendig. „Von der Entdeckung eines Vorkommens bis zur tatsächlichen Produktion vergehen meist 15 bis 20 Jahre“, erklärt Tetzlaff. Zudem investierten Minengesellschaften wegen strenger Umwelt-, Sozial- und Sicherheitsauflagen selektiver. Das begrenze das Angebot zusätzlich.
Vom steigenden Goldpreis profitieren auch Produzenten. Goldminen verzeichneten 2025 Umsatzsteigerungen von rund 15 Prozent, der operative Gewinn stieg um mehr als 30 Prozent. Unternehmen wie Sierra Madre Gold, Barrick Mining oder Newmont, der weltweit größte Goldproduzent, konnten sowohl bei den Börsenkursen als auch beim Gewinn stark zulegen.
Newmont erzielte 2025 – ohne das vierte Quartal – rund 5,9 Milliarden US-Dollar Gewinn, ein Vielfaches des Vorjahres, und gab einen großen Teil über Dividenden und Aktienrückkäufe an Investoren zurück.
Gold ist bei Anlegern in Deutschland weitverbreitet. Laut World Gold Council haben 37 Prozent der Anleger bereits in Gold investiert. Gründe sind der Schutz vor Inflation, die Stabilität in Krisen und die Risikostreuung, also die Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen.