Warum besitzen wir Menschen keinen Schwanz?

Diese Rolle spielt die Evolution

Warum wir Menschen keinen Schwanz haben


Aktualisiert am 07.02.2026 – 06:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein australisches Wallaby stützt sich beim Stehen auf seinem langen, muskulösen Schwanz ab. Er dient bei den weiten Sprüngen dazu, das Gleichgewicht zu halten, beim Grasen wird er als Stütze eingesetzt. (Quelle: IMAGO/lizapixels)

Sie sind buschig, gekringelt und manchmal unglaublich muskulös: Schwänze. Aber warum haben fast alle Tiere einen und wir Menschen nicht?

Sie dienen zum Steuern, zur Abwehr von Feinden oder zum Zudecken: Schwänze haben in unserer Tierwelt viele Funktionen und unzählige Formen. Und irgendwie haben alle Lebewesen einen – außer wir Menschen. Warum ist das so?

Schwänze sind alt. 500 Millionen Jahre ist es her, dass die ersten Lebewesen Schwänze ausbildeten. Die Dinosaurier hatten Schwänze, Vögel haben Schwänze, Fische, Kriechtiere und auch die meisten Säugetiere haben Schwänze. Allerdings nicht alle.

So sind einige Affenarten schwanzlos. Hier kann beobachtet werden: Je näher Affen evolutionstechnisch dem Menschen kommen, desto seltener findet sich ein Schwanz: Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas haben keinen – wie wir.

„Die Fossilienfunde von Affen deuten darauf hin, dass sich die Schwanzlosigkeit in der Affenlinie vor etwa 20 Millionen Jahren entwickelt hat“, sagt Anthropologe Kevin Hunt von der Bloomington Universität in Indiana (USA). Der Grund: Alles, was sich im Laufe der Evolution als nicht rentabel herausstellt, verschwindet wieder.

Dass sich ein Schwanz bei unseren Urahnen nicht auszahlte, hängt mit unserem Gang zusammen. Die Wissenschaftler streiten sich noch darüber, ob Hominiden seit sechs Millionen oder sogar schon seit zwölf Millionen Jahren aufrecht gehen. Klar ist: Das Aufrichten – welches dazu führte, dass wir unsere Hände frei zur Verfügung haben – ging mit großen körperlichen Veränderungen einher.

Beim aufrechten Gehen nutzen wir Menschen die Erdanziehung zu unseren Gunsten aus. „Jedes Mal, wenn wir einen Schritt machen, zieht sie uns nach vorne und unten“, sagt Sportbiologe Wolfgang Friedrich. So verbrauchen wir Aufrechtgehenden rund 25 Prozent weniger Energie als viele Vierbeiner. Und weil wir unseren bis zu fünf Kilogramm schweren Kopf dabei oben tragen, brauchen wir – anders als viele Vierbeiner – kein Gegengewicht, um die Balance zu halten.

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