Wann werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt?

Für die Deutsche Bahn (DB) ist die Zeitumstellung mittlerweile Routine. Dennoch sollten Reisende im Frühjahr mit Verspätungen rechnen, denn Züge kommen am Morgen nach der Umstellung eine Stunde später am Zielbahnhof an. Das liegt daran, dass die Züge der verlorenen Stunde hinterherfahren müssen. Nachtzüge hingegen bleiben bei der Umstellung auf Winterzeit in einem Bahnhof stehen und setzen ihre Fahrt pünktlich fort. S-Bahnen, die in Ballungsräumen bis spät in die Nacht fahren, sind von der Umstellung nicht betroffen und fahren durchgehend.

Die ursprüngliche Idee hinter der Zeitumstellung war es, Energie zu sparen, indem die Menschen das Tageslicht besser nutzen. Heute weiß man jedoch, dass die Einsparungen minimal sind. Eine Untersuchung der Bundesregierung aus dem Jahr 2005 zeigte, dass zwar abends weniger Licht eingeschaltet wird, aber dafür am kühlen Morgen mehr geheizt wird. Das Ergebnis: Die Einsparungen heben sich gegenseitig auf. Trotzdem hat die Sommerzeit auch positive Effekte. Eine amerikanische Studie zeigte, dass Menschen im Sommer im Schnitt eine halbe Stunde länger draußen aktiv sind und weniger fernsehen.

Warum die Zeitumstellung trotz der Argumente noch nicht abgeschafft wurde, liegt daran, dass es noch keine einheitliche Lösung gibt. Damit die Zeitumstellung abgeschafft werden kann, müssen sich alle Mitgliedsstaaten auf eine Lösung einigen – etwa, ob sie künftig nur Sommer- oder nur Winterzeit wollen. Eine Einigung ist nötig, um einen Flickenteppich und somit ein Uhrzeitchaos in der EU zu verhindern.

Viele Menschen leiden unter der Zeitumstellung. Rund 32 Prozent haben körperliche oder psychische Probleme – Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Müdigkeit, Einschlafprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten gehören zu den häufigsten Beschwerden. Auch depressive Verstimmungen können auftreten, was dazu führt, dass sich am Montag nach der Umstellung mehr Menschen krankmelden.

Um sich besser auf die Umstellung vorzubereiten, hilft es, schon einige Tage vorher schrittweise seine Schlafengeh- und Aufstehzeit anzupassen. Schritte zwischen zehn bis 15 Minuten pro Tag gelten als ideal. Bewegung an der frischen Luft und Tageslicht sind ebenfalls hilfreich.

Technisch stellt die Zeitumstellung kein Problem dar. In Deutschland geben die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig die exakte Zeit vor. Funkuhren passen sich automatisch an. Die PTB ist gesetzlich beauftragt, die verbindliche Zeit zu verbreiten. Gesundheitsexperten raten bei Schlafstörungen nach der Umstellung von Schlafmitteln ab. Besser seien beruhigende Tees, Entspannungsübungen oder ein warmes Bad.

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