
Frag t-online
Stromvertrag ohne Grundpreis: Sinnvoll oder teure Falle?
Aktualisiert am 02.01.2026 – 08:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um Stromverträge ohne Grundpreis.
Beim Tarifvergleich sollten Sie vor allem auf den Arbeitspreis achten. Das ist der Preis, den Sie für den täglichen Verbrauch pro Kilowattstunde bezahlen müssen. Daneben gibt es noch den Grundpreis, der die Fixkosten des Stromanbieters (etwa die Ablesung des Stromzählers, die Erstellung der Stromrechnung) abdeckt. Ihn zahlen Stromkunden unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch.
Es gibt aber auch Stromverträge ohne Grundpreis. Eine t-online-Leserin wollte wissen, welche Stromanbieter einen solchen Vertrag anbieten und wann sich dieser Tarif wirklich lohnt.
Es gibt sehr wenige Stromanbieter mit einem Tarif ohne Grundpreis – entsprechend schwer sind sie zu finden. Wer sich dafür interessiert, sollte daher bei seinem regionalen Versorger oder den Stadtwerken nach Angeboten vor Ort nachfragen.
Ein Stromanbieter, der deutschlandweit aktiv ist und noch einen Stromtarif ohne Grundgebühr anbietet, ist „E wie einfach“. Der Stromtarif heißt EinPreisTarif. Laut Webseite-Informationen bekommen Kunden bei Vertragsabschluss eine einjährige Preisgarantie auf den Arbeitspreis.
Diesen gilt es aber genau zu prüfen. Denn verlangen Stromanbieter keinen Grundpreis, fällt der Arbeitspreis oft höher aus. Dadurch kann es sein, dass die Ersparnis am Ende doch nicht so groß ist, wie zuvor vielleicht erhofft wurde.
Zudem gibt es Stromversorger, die einen Vertrag ohne Grundpreis nur dann aufsetzen, wenn der Kunde eine Mindestabnahme vereinbart, etwa 1.000 Kilowattstunden pro Jahr. Nehmen Sie diese Menge nicht ab, werden Ihnen dennoch 1.000 kWh/Jahr in Rechnung gestellt.
Trotzdem gibt es Fälle, in denen sich der Stromtarif ohne Grundgebühr lohnen kann. Typisches Beispiel wäre die Gartenlaube: Diese nutzen Eigentümer meist nur saisonal, und auch in den Monaten, in denen man sich dort aufhält, bleibt der Stromverbrauch oftmals gering. Wenn Sie in der Laube im Jahr nur 300 kWh Strom verbrauchen, kostet das bei einem Arbeitspreis von 30 Cent/kWh nur 90 Euro im Jahr.
Kommt dann aber noch ein Grundpreis von etwa 10 Euro im Monat hinzu, werden daraus schon 210 Euro. Auch bei einem teuren Arbeitspreis von 40 Cent/kWh lohnt sich im Vergleich der Vertrag ohne Grundpreis.