Nvidia, Apple, Microsoft & Co. stecken in fast jedem ETF-Depot – mehrfach. Warum das so ist und worauf ETF-Anleger achten müssen.

Erfolgreicher Vermögensaufbau ohne Aktien ist nicht möglich, zumindest aber extrem schwierig. Davon bin ich fest überzeugt. Es ist auch gar nicht so schwierig, langfristig erfolgreich an der Börse zu investieren. Neben dem möglichst langen Anlagehorizont von zehn und besser mehr Jahren ist die Risikostreuung das oberste Gebot einer erfolgreichen Geldanlage.

Statt auf einzelne Unternehmen zu setzen, die in Schieflage geraten könnten und damit die Rendite schmälern, sollten Sie auf sehr viele Aktien verschiedener Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern setzen. Dann sind Sie immer dabei, wenn es irgendwo besonders gut läuft, Krisen und Pleiten einzelner Unternehmen oder Branchen fallen weniger stark ins Gewicht. Risikostreuung – im Börsendeutsch: Diversifikation – nennen Experten dieses Konzept.

Mit börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz: ETFs) lässt sich das sehr einfach umsetzen. Wenn Sie diese Kolumne öfter lesen, dann wissen Sie: Ich bin großer ETF-Fan. Ich liebe diese unkomplizierte Art, zu investieren – transparent, kostengünstig, flexibel. Und mit breiter Risikostreuung; in der Regel zumindest. Genau da liegt nämlich das Problem: Nicht jeder Index und damit jeder ETF auf diesen Index bietet wirklich eine breite Risikostreuung.

Vorsicht bei Themen- und Branchen-ETFs

Setzen Sie auf Themen- oder Branchen-ETFs, sinkt die Diversifikation unweigerlich. Oft sind auch nur weniger Positionen im Index vertreten, einzelne Aktien haben ein extrem hohes Gewicht. Natürlich sind immer mehrere Aktien oder Anleihen im Index gelistet, oft sind es Dutzende, manchmal Hunderte. Damit sinkt das Risiko natürlich und ist deutlich geringer als bei einem Investment in Einzelaktien. Aber es bleibt bei einem Thema, einer Branche oder einem Trend.

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Auch weltweite Indizes haben oft eine deutlich schlechtere Risikostreuung, als wir auf den ersten Blick erkennen. 1.400 Aktien aus 23 Industrienationen? Klingt doch so, als ob der MSCI World das Risiko extrem breit streut, oder? Und der MSCI All Country World (ACWI)? 2.400 Unternehmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern? Klasse, oder? Verstehen Sie mich nicht falsch: Das ist natürlich Risikostreuung, auch eine sehr gute. Sie sollten trotzdem genauer hinschauen, um sich keine Klumpenrisiken ins Depot zu laden.

Ein hoher USA-Anteil ist kein hohes Risiko

Sowohl MSCI World als auch MSCI ACWI haben mit etwas mehr als 70 Prozent beziehungsweise gut 60 Prozent einen hohen Anteil amerikanischer Aktien. Das ist nicht schlimm, im Gegenteil. Die US-Börsen liefen in den vergangenen Jahren sehr gut, besser als viele andere Märkte. Die amerikanische Wirtschaft ist die größte der Welt und ihr Finanzmarkt der mit Abstand größte. An der Wall Street und der Nasdaq sind die erfolgreichsten und nach Marktkapitalisierung wertvollsten Unternehmen der Welt gelistet. Wenn Sie auf die beiden genannten Indizes setzen, profitieren Sie davon stark. Alles gut also?

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