
Somatisches Hustensyndrom
Wann ist Husten psychisch bedingt?
Aktualisiert am 04.12.2025 – 15:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Lässt sich keine körperliche Ursache für einen Husten feststellen, ist möglicherweise die Psyche daran beteiligt. Wie häufig das ist und was hilft.
Ob Asthma, Keuchhusten oder eine Bronchitis: Husten kann zahlreiche Ursachen haben. Manchmal lässt sich jedoch kein körperlicher Auslöser finden, der den Husten erklären könnte. Dann könnte der Husten auch auf psychische Belastung zurückzuführen sein, die sich in körperlichen Beschwerden äußert.
Ist dies der Fall, sprechen Fachleute von einem somatischen Hustensyndrom. Eine ältere Bezeichnung ist psychogener Husten. Auch der Begriff Stresshusten findet gelegentlich Verwendung.
Das somatische Hustensyndrom kommt vor allem bei Kindern vor, bei Erwachsenen ist es sehr selten. Meist hat der Husten (auch) andere Ursachen.
In Deutschland stellen Fachleute Diagnosen anhand der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, kurz ICD. Dabei handelt es sich um eine Liste körperlicher und psychischer Erkrankungen und deren Merkmalen.
Psychogener Husten wird in der ICD zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen gezählt. Dabei hat eine Person körperliche Beschwerden, ohne dass eine organische Ursache gefunden werden kann, die die Symptomatik allein erklären könnte.
Vom somatischen Hustensyndrom abzugrenzen ist der Husten-Tic, bei dem Betroffene unwillkürliche Laute äußern oder ausstoßen.
Psychisch bedingter Husten
- äußert sich als trockener Reizhusten oder Räusperzwang,
- tritt oft anfallsweise auf und kann dann stundenlang anhalten,
- kommt mindestens mehrere Wochen lang wiederholt vor und
- kann nicht durch körperliche Ursachen erklärt werden.
Betroffene Personen fühlen sich durch die Symptomatik stark belastet und beschäftigen sich sehr viel damit.
Während des Schlafs tritt der Husten normalerweise nicht auf. Auch verschlechtert er sich in der Regel bei körperlicher Anstrengung nicht.
Ist die betroffene Person emotional angespannt, kann der Husten lauter und häufiger werden. In vielen Fällen ist ein Zusammenhang mit einer vorangegangenen psychischen Belastung, einem Konflikt, Ängsten oder Depressionen erkennbar.
Das somatische Hustensyndrom ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose: Um sicher zu sein, dass wirklich psychische Faktoren eine Rolle spielen, müssen zunächst rein körperliche Ursachen ausgeschlossen sein.
Jedoch ist es nicht immer leicht, ein somatisches Hustensyndrom eindeutig zu diagnostizieren. Denn anhaltender körperlich bedingter Husten – etwa aufgrund einer chronischen Bronchitis – kann sich auf die Psyche auswirken. Dadurch besteht das Risiko, einen Husten als psychisch bedingt anzusehen, obwohl dieser auf körperlichen Ursachen fußt.
Daher sind gründliche Untersuchungen unabdingbar. Dazu zählen unter anderem eine allgemeine körperliche Untersuchung, ein Lungenfunktionstest und/oder ein Röntgenbild des Brustkorbs.
Husten ohne körperliche Ursache ist nicht automatisch psychisch bedingt. In manchen Fällen lassen sich auch keine psychischen Gründe für das Symptom finden – dann sprechen Ärztinnen und Ärzte von einem idiopathischen Husten, also einem Husten unbekannter Ursache.
Während das somatische Hustensyndrom bei Erwachsenen als Rarität gilt, kommt es im Kindes- und Jugendalter eher vor. Häufiger geht dem Husten bei Kindern eine körperliche Ursache voraus – etwa Keuchhusten oder eine akute Bronchitis. Klingt die körperliche Erkrankung ab, bleibt der Husten mitunter „aus Gewohnheit“ zurück.
Mögliche Ursachen des somatischen Hustensyndroms bei Kindern sind belastende Lebensereignisse oder -situationen, etwa ein Schulwechsel, Überforderung in der Schule, hoher Druck des sozialen Umfelds oder eine Trennung der Eltern.