Mallorca

Wanderer finden 3.000 Jahre alte „Pyramide“


Aktualisiert am 30.03.2026 – 14:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Wanderer auf Mallorca (Symbolbild): Zwei Menschen haben auf der Insel zwei historische Entdeckungen gemacht. (Quelle: Zoonar.com/Tolo)

Mallorca ist aus Sicht von Historiker Javier Aramburu ein „Freiluftmuseum“. Das bestätigten zwei neueste historische Funde auf der beliebten Urlaubsinsel.

Auf Mallorca haben zwei Wanderer eine alte Stätte aus der Talayot-Kultur sowie Hinweise auf eine arabische Siedlung gefunden. Das große Monument sei „eine Art Pyramide mit abgerundeter Form“ und etwa 3.000 Jahre alt, erklärte der Historiker Javier Aramburu der Zeitung „Ultima hora“ in einem Bericht vom Montag.

Die beiden Wanderer Guillem Castanyer und Joan Maiol hätten die Funde nur etwa 100 Meter vom Stadtrand des Ortes Esporles im Westen der Insel gemacht, so Aramburu. Um sicherzugehen, dass die Funde echt sind, hätten die beiden Ausflügler nach ihrer Entdeckung den Wissenschaftler kontaktiert. Und tatsächlich: Aramburu habe bestätigen können, dass die beiden mit ihrer Vermutung recht hatten, berichtete die Zeitung.

Die talayotische Fundstätte sei ein „Stufenhügel, der auf einem Hügel liegt“, führte der Forscher aus. Die Talayot-Kultur existierte auf Mallorca und Menorca laut einem Bericht von „National Geographic“ rund 2.000 Jahre lang und endete im Jahr 123 vor Christus. Noch heute finden sich auf beiden Inseln zahlreiche Bauten aus dieser Zeit. Seit 2025 zählen sie zum Unesco-Weltkulturerbe.

Der nun entdeckte Stufenhügel habe laut Aramburu einen Durchmesser von 20 Metern und eine Höhe von fünf Metern, berichtete „Ultima hora“. Die Struktur habe vor etwa 3.000 Jahren möglicherweise zu einer Kapelle gehört und sei vermutlich für religiöse Rituale oder Bestattungen genutzt worden, erklärte er weiter. Der Fund sei aus seiner Sicht „von großem historischem und wissenschaftlichem Interesse.“

Neben dem Monument hätten die beiden Wanderer Mitte März etwa 300 Meter von dem Bauwerk entfernt Keramikreste arabischen Ursprungs gefunden. Diese deuteten darauf hin, so der Historiker, dass es in dem Gebiet vor etwa 1.000 Jahren eine islamische Siedlung gegeben habe. Die beiden Funde stünden allerdings in keinem Zusammenhang zueinander. Es handele sich um „zwei verschiedene Gruppen“, so Aramburu.

Die Wanderer Castanyer und Maiol zeigten sich im Gespräch mit „Ultima hora“ sehr zufrieden mit ihren Funden. „Auch wenn wir keine Archäologen sind, versuchen wir, von ihnen zu lernen, und es macht uns sehr glücklich, kleine Beiträge wie diese zu leisten“, zitierte das Blatt einen der beiden.

Dass die talayotische Fundstätte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, ist unwahrscheinlich. Resigniert stellte Javier Aramburu fest: „Die archäologische Forschung auf Mallorca ist ein Desaster.“ Und das, obwohl die Insel einem „Freiluftmuseum“ gleiche. „Die öffentlichen Institutionen zeigen kein Interesse an diesem Erbe, und ich fürchte, dass diese Fundstätte, wenn nichts unternommen wird, wie so viele andere unbeachtet unter der Erde verschwinden wird.“

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