Autobauer warnt

VW-Kunden droht neue Betrugswelle


14.10.2026 – 19:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Betrugsgefahr beim Autokauf: Kriminelle nutzen gestohlene Daten, um Kunden mit gefälschten Rechnungen zu täuschen. (Quelle: IMAGO/Jumeau Alexis/ABACA)

Hacker haben Kundendaten von Autohäusern erbeutet. Vor allem VW ist betroffen. Autokäufern drohen nun Betrugsversuche. So schützen Sie sich.

Nach einem Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister im Raum Würzburg drohen Autokäufern in ganz Deutschland gezielte Betrugsversuche. Besonders betroffen sind Händler von Volkswagen-Konzernmarken. Kriminelle könnten gefälschte Rechnungen an deren Kunden verschicken.

Falsche Rechnungen vor dem Liefertermin

Laut dem Softwareanbieter wurden bei dem Angriff unter anderem Kaufpreise, Auftrags- und Rechnungsnummern, Liefertermine sowie Details zu Zahlungen und Finanzierungen erbeutet. Mithilfe dieser echten Informationen lassen sich täuschend echte Zahlungsaufforderungen erstellen.

Betroffene könnten demnach kurz vor dem vereinbarten Liefertermin von den Betrügern per E-Mail, Brief oder Telefon kontaktiert werden. Die Absender geben sich dabei als Mitarbeiter des Autohauses aus, beispielsweise als zuständige Verkäufer. Um ihre Nachrichten glaubwürdiger erscheinen zu lassen, nutzen sie gestohlene Daten.

Die Täter behaupten beispielsweise, die Bankverbindung des Autohauses habe sich geändert. Sie fordern den Käufer auf, den Kaufpreis sofort auf ein neues Konto zu überweisen. Wer hier zahlt, riskiert, sein Geld an Kriminelle zu verlieren, während die Rechnung beim Autohaus weiterhin offen bleibt.

Betrug im Kontext eines Autokaufs: Wer an die falschen Empfänger überweist, verliert sein Geld, während die Forderung des Autohauses bestehen bleibt. (Quelle: deepblue4you/getty-images-bilder)

VW-Datenleck: Wer ist betroffen?

Wie viele Kundendaten genau erbeutet wurden, ermittelt derzeit die Polizei. Sicher ist: Vor allem die Volkswagen Group Retail Deutschland ist von dem Vorfall betroffen. Die konzerneigene Kette betreibt rund 120 Autohäuser im ganzen Land.

Das Unternehmen hat die betroffenen Kunden nach eigenen Angaben zeitnah informiert und auf die möglichen Risiken hingewiesen. Die Software wird jedoch auch von weiteren Händlern genutzt.

So schützen Sie sich

  • Wenn Sie eine E-Mail oder einen Brief mit einer geänderten Kontoverbindung erhalten, rufen Sie Ihren Verkäufer an. Nutzen Sie dabei niemals die in der verdächtigen Nachricht angegebenen Kontaktdaten, sondern nur die Telefonnummer aus Ihren originalen Kaufunterlagen.
  • Wenn ein vermeintlicher Mitarbeiter am Telefon eine schnelle Überweisung vor der Fahrzeugübergabe fordert, legen Sie auf. Rufen Sie stattdessen das Autohaus selbst über die bekannte Nummer zurück.
  • Klicken Sie in E-Mails zum Autokauf nicht auf Links, die Sie zur Eingabe von Passwörtern oder Kontodaten auffordern.

Wer bereits Geld auf ein falsches Konto überwiesen hat, sollte sofort seine Bank anrufen. Unter Umständen lässt sich die Überweisung noch stoppen.

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