Europaweite Zahlen

E-Schock für Musk: VW hängt Tesla bei Neuzulassungen ab


26.03.2025 – 11:19 UhrLesedauer: 3 Min.

Tesla Model Y: Das SUV ist der Bestseller bei Tesla – doch die Nachfrage insgesamt sinkt. (Quelle: Tesla)

Während Tesla mit Imageproblemen kämpft, holt VW zum Doppelschlag aus – und überholt seinen größten Rivalen auf dem E-Auto-Markt.

Im europäischen E-Auto-Markt hat sich die Rangfolge verschoben: Volkswagen führt bei den Neuzulassungen erstmals vor Tesla. Die Wolfsburger konnten ihre Elektroverkäufe im Februar mehr als verdoppeln – vor allem dank der Modelle ID.3, ID.4 und ID Buzz. Tesla hingegen verzeichnete einen massiven Einbruch um 44 Prozent.

Laut dem Branchenverband ACEA wurden im Februar EU-weit rund 853.670 Pkw neu zugelassen. Das sind 3,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Auch im bisherigen Jahresverlauf liegt das Minus bei 3 Prozent. Besonders betroffen sind laut dem Marktforschungsinstitut Dataforce, das die „Automobilwoche“ zitiert, Deutschland (-6,4 %), Italien (-6,3 %) und Frankreich (-0,7 %). Nur in Spanien legte der Markt zu.

Trotz des schwachen Gesamttrends wuchs der Elektrobereich deutlich. 131.275 batterieelektrische Fahrzeuge wurden im Februar neu registriert, das entspricht einem Plus von 23,7 Prozent. Ihr Marktanteil lag laut ACEA in Europa bei 15,2 Prozent. Rechnet man auch Großbritannien und die EFTA-Staaten hinzu, ergibt sich laut Dataforce ein Zuwachs von 26 Prozent auf 160.992 Fahrzeuge.

Ein wesentlicher Treiber des Wachstums war Volkswagen: Der Konzern steigerte die E-Zulassungen im Februar um 182 Prozent und setzte sich so an die Spitze der europäischen E-Auto-Marken. Damit verdrängt VW den bisherigen Platzhirsch Tesla, der mit einem Rückgang von 44 Prozent ins Hintertreffen geriet. Laut ACEA summierten sich Teslas Verkäufe in Europa in den ersten beiden Monaten auf nur noch 19.046 Fahrzeuge – ein Rückgang von 49 Prozent im Jahresvergleich.

Hintergrund für die Entwicklung bei Tesla sind unter anderem die Imageprobleme des Konzernchefs Elon Musk. In mehreren Ländern, auch in Deutschland, haben sich zahlreiche Unternehmen von Tesla als Dienstwagenanbieter distanziert und haben Teslas teils aus dem Fuhrpark verbannt oder beobachten die Entwicklungen kritisch. In sozialen Netzwerken und im Stadtbild zeigen sich zudem vermehrt Zeichen der Abgrenzung von Musk. Auch der anstehende Modellwechsel beim Model Y und die insgesamt alternde Modellpalette könnten zum Rückgang beitragen. Noch dazu kommt die wachsende Konkurrenz durch immer mehr Auswahl bei den E-Autos.

Parallel zur VW-Spitze drängen neue Modelle auf den Markt. So erzielte der Renault 5 e-Tech mit 5.538 Einheiten einen gelungenen Start und landete auf Rang vier der E-Auto-Bestsellerliste. Der Citroën e-C3 kam auf 5.094 Zulassungen und belegt Platz acht. Beide Modelle kosten in der Basisversion rund 25.000 Euro. Auch der Ford Explorer legte zu und erreichte 2.119 Verkäufe – ein deutlicher Sprung im Vergleich zum Vorjahr.

Weitere Gewinner im Februar: Polestar, das seine Verkäufe um 83 Prozent steigern konnte, und die VW-Tochter Cupra, die vor allem mit dem Modell Born (auf Basis des VW ID.3) punkten konnte. In Europa wurden davon 3.386 Fahrzeuge neu zugelassen. Der gesamte Absatz der Marke Cupra wuchs um 31 Prozent. Auch chinesische Hersteller wie BYD, MG und andere legten gemeinsam um 64 Prozent zu.

Derweil schwächelt der Diesel. Mit 80.569 Neuzulassungen ging die Nachfrage in diesem Segment um 28,8 Prozent zurück. Benziner blieben zwar das volumenstärkste Segment, zeigten aber ebenfalls rückläufige Tendenzen.

Nicht alle Hersteller konnten sich im schwierigen Marktumfeld behaupten: Porsche verzeichnete ein Minus von 35 Prozent, Volvo lag bei -14 Prozent, Toyota bei -7,7 Prozent und Skoda bei -5,9 Prozent. Renault hingegen konnte sich steigern – nicht zuletzt dank des Kleinwagens Clio und des neuen Crossovers Symbioz.

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