„Vertrauensverhältnis zerstört“

Nach wenigen Monaten: Bahn-Vorstand für Aus von Finanzvorständin

09.03.2026 – 19:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Karin Dohm: Sie steht vor dem Aus. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Der gesamte Bahn-Vorstand hat sich offenbar schriftlich gegen Finanzvorständin Karin Dohm gestellt. Das Vertrauensverhältnis sei unwiederbringlich zerstört.

Der Vorstand der Deutschen Bahn (DB) fordert einem Medienbericht zufolge in einem Schreiben an Aufsichtsratschef Werner Gatzer die Abberufung von Finanzvorständin Karin Dohm. „Das Vertrauensverhältnis eines jeden Einzelnen zu Frau Dohm ist nachhaltig, tiefgreifend und unwiederbringlich gestört“, heißt es in dem Brief nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (SZ) laut Meldung von Montag.

Die Zeitung hatte bereits zuvor berichtet, dass Dohm nach nur wenigen Monaten wieder abberufen werden solle. Demnach hatte Dohm zuletzt vor allem den mächtigen Konzernbetriebsrat gegen sich aufgebracht: Sie unterschrieb laut „SZ“ im Dezember eine sogenannte Gesellschafterweisung, die die Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services zur Folge hat – allerdings ohne zuvor mit den zuständigen Interessenvertretern zu sprechen.

„Die Zerrüttung ist derart, dass eine gedeihliche, konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Gremium nicht mehr möglich ist, solange Frau Dohm diesem angehört“, zitiert die Zeitung weiter. Dem Bericht zufolge ist das Schreiben laut SZ sowohl von Bahn-Chefin Evelyn Palla als auch von ihren vier Vorstandskollegen Michael Peterson, Martin Seiler, Bernhard Osburg und Harmen van Zijderveld unterzeichnet.

Der „SZ“ zufolge schreibt der Vorstand weiter, dass die Handlungsfähigkeit des Vorstands in erheblicher Weise beeinträchtigt sei. Es sei zu befürchten, dass ein Fortbestand der „schwerwiegenden Differenzen“ zwischen Dohm, dem restlichen Vorstand und der Belegschaft „das Unternehmen ernsthaft schädigen“ könnte.

Der Aufsichtsrat wird laut der Zeitung am 20. März das nächste Mal zusammenkommen, an diesem Termin stehe auch der Umgang mit der Personalie Dohm auf der Agenda. Die übrigen fünf Mitglieder des Bahn-Vorstands artikulieren dem Bericht zufolge in ihrem Brief an Gatzer eine Bitte: Sollte es bis dahin keine finale Lösung für ein einvernehmliches Ausscheiden geben, möge der Aufsichtsrat „zum Wohle des Unternehmens“ den „sofortigen Widerruf der Bestellung von Frau Dohm“ beschließen.

Dohm hatte als Finanzchefin bei der Baumarktkette Hornbach gearbeitet und war dann im Frühjahr 2025 zum Autozulieferer Conti gewechselt, wo sie aber auch nur wenige Monate blieb.

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