Von Schmidt bis Laschet – Politiker als Krisen-Manager

Offiziell war Schmidt Polizeisenator der Hansestadt. Aber das hinderte ihn nicht daran, die Führung des Krisenmanagements zu übernehmen. Und auch Unerhörtes zu tun. „Unzählige Einheiten der Bundeswehr helfen“, erklärte Schmidt im NDR die Notfallmaßnahmen. Die Bundeswehr im Innern. Das war neu für das Land.

Bald wechselte Schmidt in die Bundespolitik. Zunächst als Verteidigungs-, dann als Finanzminister. 1974 stieg Schmidt zum Bundeskanzler auf, managte Öl- und Wirtschaftskrise und bekämpfte den Terror der linksextremistischen RAF 1977.

„In der Krise bewährt sich der Charakter“, soll Helmut Schmidt später erklärt haben. Der Politikwissenschaftler Luuk van Middelaar kommt in seinem Buch „Das europäische Pandämonium“ zur Analyse der europäischen Politik während der Corona-Pandemie noch zu einem anderen Schluss: „In der Krise gelten eigene Gesetze.“

Der Forscher unterscheidet zwischen Regel-Politik und Krisen-Politik. Die Krise, so seine These, erfordert nicht nur eine schnelle Handlungsweise, sondern auch eine pragmatische. In der Krise sei die Politik in ihrer „Schutzfunktion“ gefordert, so van Middelaar. Sein Credo: „Krisenpolitik berührt die großen Fragen des Zusammenlebens, das ist ungemein spannend.“

Für die Politik ist eine Naturkatastrophe kein unabwendbares Unglück oder unbeherrschbare Situation. Die Politik muss Unwetter aber mehr als Unfall verstehen. Ein technischer Vorgang, der ein kluges Management erfordert.

Dazu gehört auch eine Vorab-Warnung. Notfalls auch eine zu viel.

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