Vom Retter der Marke zum Liebling von Terroristen und Sportlern

Fluchtwagen und Porsche-Jäger

Der BMW, den sogar Terroristen liebten


13.02.2026 – 14:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Flucht nach vorn: Der BMW 02 war klein genug für die Stadt und schnell genug für die Autobahn.

Er sanierte BMW und demütigte Porsches: Der 02 war der erste Sportwagen im Gewand einer braven Limousine. Warum selbst Terroristen auf den „Nullzwo“ flogen und wie er zum Grundstein einer Weltmarke wurde.

München im Jahr 1966: BMW hat eine Fast-Pleite gerade erst abgewendet, doch bis zur Weltmarke werden noch Jahre vergehen. In den Werkshallen ist klar: Die nächste Neuentwicklung muss ein Erfolg werden. Die Ingenieure wagen ein Auto, das alle Regeln der Branche ignoriert. Es ist ein schlichter Zweitürer, kaum größer als ein Käfer und befreit von jedem barocken Pomp. Während die Konkurrenz noch mit schierer Größe protzt, setzt BMW alles auf eine neue Wendigkeit. Es ist die Geburtsstunde der Sportlimousine. Der Freude am Fahren.

Mit nur 920 Kilogramm Gewicht wird der Wagen zum Albtraum für die etablierte Konkurrenz. Wer Mercedes zu behäbig findet, wechselt nun nach München. Plötzlich hält ein Familienauto sogar mit Porsche mit. Der BMW ist agil, zuverlässig und seiner Zeit technisch voraus. Er macht Sportlichkeit gesellschaftsfähig.

In den Siebzigern wird der „Nullzwo“ deshalb zur ersten Wahl für alle, die nicht warten können. Bayern-Stürmer Gerd Müller, der Bomber der Nation, schätzt auch privat das Tempo; die Terroristen der Baader-Meinhof-Gruppe nutzen die Leistung der Limousine für ihre Zwecke. Sie stehlen den BMW mit Vorliebe als Fluchtfahrzeug, weil er der Polizei einfach davonfährt. Auch dieses Kapitel zementiert den Ruf der Baureihe: Wer diesen Wagen steuert, ist nicht einzuholen.

Die Baureihe gipfelt 1973 im 2002 turbo. Er ist Europas erstes Serienauto mit Abgasturbolader und die radikale Krönung eines Modells, das am Ende mehr als 860.000-mal vom Band läuft. Dieser Erfolg sichert nicht nur die Zukunft von BMW, er finanziert auch den Aufstieg zur Weltmarke und ebnet den Weg für den späteren 3er. Der große Mut zur kleinen Nische: Ohne ihn wäre BMW heute wohl nur noch eine Fußnote der Geschichte.

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