„Da wird einem fast schlecht“

Hamburger Goldkehlchen teilen sich Ehrentitel mit Freddy Quinn


27.09.2026 – 08:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Goldkehlchen-Gründer Flemming Pinck (r.) und Max Michel (Archivbild): Jetzt sind sie Ehren-Alster-Schleusenwärter (Quelle: Hein Hartmann/imago)

Beim Abschiedskonzert im Volksparkstadion erhält der Männerchor eine der wichtigsten Auszeichnungen der Hansestadt. Den Preis überreichte die Kinderliederlegende Rolf Zuckowski.

Die Hamburger Goldkehlchen sind neue Ehren-Alster-Schleusenwärter der Stadt Hamburg. Die Congregation der Alster-Schleusenwärter verlieh den Titel am Samstagabend beim Abschiedskonzert des Männerchors vor knapp 52.000 Zuschauern im Volksparkstadion. Die Auszeichnung ging stellvertretend für den gesamten Chor an die beiden Gründer Flemming Pinck und Max Michel.

Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni führte durch den Abend und ordnete den Titel für alle Nicht-Hamburger im Publikum ein: „Die Ehrenschleusenwärterschaft ist eins unter der Ehrenbürgerschaft.“

Liedermacher Rolf Zuckowski, selbst Träger der Auszeichnung, hielt die Laudatio: „Die Goldkehlchen haben den Klang unserer Stadt neu definiert. Darauf können wir alle stolz sein.“

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In einer Reihe mit Uwe Seeler und Jan Fedder

Zu den bisherigen Preisträgern zählen HSV-Idol Uwe Seeler, Sänger Freddy Quinn, Schauspieler Jan Fedder („Großstadtrevier“), Schauspielerin Heidi Kabel vom Ohnsorg-Theater, Kaffee-Unternehmer Albert Darboven und Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

Die Jury begründete ihre Wahl: „Die Hamburger Goldkehlchen sind ja nicht nur eine Gruppe singender Männer, sondern eine Gruppe, die sich enorm sozial engagiert.“ Einen Teil ihrer Einnahmen spende der Chor für gute Zwecke – eine halbe Million Euro seien so zusammengekommen. „Das ist das Besondere an diesem Chor, der steht für Gemeinschaft, Zusammenhalt und Engagement.“

„Grüße gehen nach oben an Uwe Seeler“

Gründer Flemming Pinck hielt eine Dankesrede. Beim Blick auf die Liste der bisherigen Preisträger wurde er emotional: „Wenn ich in die Liste schaue, wer jetzt im Ehrenschleuser-Clubhaus neben uns sitzt. Das sind wirklich große Namen – da wird einem fast schlecht.“ An den 2022 verstorbenen Uwe Seeler richtete er: „Grüße gehen nach oben aus dem Volksparkstadion an Uwe Seeler.“

Einen großen Anteil an der Auszeichnung schrieb Pinck den Eltern der Chormitglieder zu: „Ihr habt einen Löwenanteil an dieser Auszeichnung, denn von euch kommen genau diese Werte.“ Und weiter: „Ihr habt uns Werte beigebracht wie Höflichkeit, Einsatzbereitschaft, Dankbarkeit und vor allem Weltoffenheit.“

Das Konzert am Samstagabend war zugleich der letzte Auftritt der 103 Chormitglieder. Eine Schiedsrichterin von Guinness World Records bestätigte auf der Bühne einen Weltrekord des größten Publikums für einen Chor. Überraschungsgäste wie Barbara Schöneberger und Musiker Clueso traten auf, bevor der britische Sänger Paul Potts mit „Time to Say Goodbye“ den Abschied besiegelte.

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