Studie enthüllt

Wen Vitamin D vor Typ-2-Diabetes schützen könnte


24.04.2026 – 07:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Etwa jeder fünfte Erwachsene ist in Deutschland von Prädiabetes betroffen. Dieser kann schon Jahre vor einer Diabetesdiagnose bestehen. (Quelle: sturti/getty-images-bilder)

Vitamin D könnte Typ-2-Diabetes vorbeugen – aber nur unter bestimmten Bedingungen. Eine Studie zeigt, wer profitieren könnte.

Viele Menschen haben erhöhte Blutzuckerwerte, ohne es zu wissen. Oft handelt es sich bereits um eine Vorstufe von Diabetes (Prädiabetes). Laut einer kürzlich im Fachmagazin „JAMA Network Open“ veröffentlichten Studie könnte Vitamin D in bestimmten Fällen helfen, den Ausbruch der Krankheit zu verzögern.

An der sogenannten D2d-Studie („Vitamin D and type 2 diabetes“) nahmen mehr als 2.000 Erwachsene mit Prädiabetes teil. Die Probanden erhielten täglich entweder ein Vitamin-D-Präparat mit 4.000 Internationalen Einheiten (IE) (= 100 Mikrogramm) oder ein Placebo, also ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff.

Dabei schien Vitamin D das Risiko für Typ-2-Diabetes anfangs nicht deutlich zu senken. Doch bei genauerem Hinsehen zeigte sich ein Unterschied. Menschen mit bestimmten Genvarianten im Vitamin-D-Rezeptor hatten ein um 19 Prozent geringeres Risiko, an Diabetes zu erkranken, wenn sie Vitamin D einnahmen.

Vitamin D wirkt im Körper über spezielle Rezeptoren, also Eiweißstrukturen in Körperzellen, an die Vitamin D andocken und eine Wirkung auslösen kann. Diese Rezeptoren sitzen auch in den insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzucker reguliert. Vitamin D könnte also helfen, die Insulinfreisetzung zu verbessern und den Blutzucker stabil zu halten.

Je nach genetischer Ausstattung reagieren diese Rezeptoren offenbar unterschiedlich gut auf das Vitamin. Den Ergebnissen zufolge hatten rund 30 Prozent der Teilnehmer gar keinen Vorteil von der Vitamin-D-Einnahme. Andere hingegen profitierten deutlich.

Die Ergebnisse könnten langfristig den Weg für individuellere Therapien ebnen. Denkbar wäre den Forschern zufolge etwa ein kostengünstiger Gentest, um herauszufinden, wer von zusätzlichem Vitamin D profitieren könnte. Bess Dawson-Hughes, leitende Autorin der Studie, erklärt: „Wenn wir den Ausbruch von Diabetes verzögern, lassen sich Folgeerkrankungen und schwerwiegende Komplikationen verringern.“

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse warnen die Wissenschaftler vor vorschnellen Schlüssen. Ohne ärztliche Rücksprache sollte niemand hohe Dosen an Vitamin D einnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schätzt, dass Erwachsene täglich 20 Mikrogramm (µg) Vitamin D benötigen, das entspricht 800 IE. Hoch dosiertes Vitamin D kann auf Dauer womöglich das Risiko für Stürze erhöhen.

Vitamin D könnte also eine Rolle bei der Vorbeugung von Typ-2-Diabetes spielen, aber nicht für alle Menschen gleichermaßen. Ob und für wen höhere Dosen sinnvoll sind, müssen nun weitere Studien klären.

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