
Mega-Bauprojekt
Video lässt Tierschützer erschrocken zurück – Stadt reagiert
14.01.2026 – 13:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Müssen bei den Bauarbeiten für ein milliardenschweres Projekt Katzen sterben? Tierschützer sind in Sorge und kritisieren die Stadt. Die Behörde äußert sich.
In einer Mitteilung vom Dienstag erklärte die Initiative, dass man erst durch zugeschicktes Videomaterial von dem Abriss am Großmarkt erfahren habe. Bislang sei ihnen in Gesprächen mit der Stadt stets gesagt worden, dass es kein konkretes Datum für Abrisse gebe. Bekannt gewesen seien lediglich Artenschutz-Gutachten für drei andere Hallen, die wohl im ersten Quartal 2026 abgerissen werden sollten.
Auf dem Instagram-Kanal der Tierschützer hieß es am Dienstag: „Jetzt stehen wir vor einer Situation, die uns den Atem nimmt.“ Auch die Tierrechtsorganisation Peta beklagte am Dienstag in einem offenen Brief, dass das Leben der am Großmarkt lebenden Straßenkatzen in Gefahr sei.
Die Stadt Köln widersprach dem Eindruck eines großflächigen Abrissbeginns am Großmarkt Auf Anfrage teilte eine Sprecherin der Kölner Lokalredaktion von t-online mit, dass sich die letzten Firmen am Großmarkt derzeit in der Räumungsphase befinden.
In einem Fall reiße eine Firma ihren rund 80 Quadratmeter großen Verkaufsstand auf dem Außengelände in Eigenregie ab. Diese Maßnahme solle demnach Ende Januar abgeschlossen sein. Hinweise darauf, dass dort verwilderte Katzen leben, habe es nicht gegeben.
Zugleich betonte die Stadt, dass die Tierschützer weiterhin mit Genehmigung Zugang zum Gelände hätten. Sie könnten also weiterhin Tiere sichern und kastrieren lassen, die Kosten für die tierärztliche Versorgung übernehme die Stadt.
Mania Leveringhaus von „Großmarkt Katzen Köln“ zeigt sich im Gespräch mit t-online alarmiert: Der aktuell von den Abrissarbeiten betroffene Gebäudeteil habe nicht zu den drei Hallen gehört, für die ein Abriss angekündigt worden sei. Eine Futterstelle der Initiative befinde sich zudem in unmittelbarer Nähe.
Unklar sei der Tierschützerin zufolge zudem, warum der Abriss der 80-Quadratmeter-Halle nicht mitgeteilt worden sei, ob artenschutzrechtliche Prüfungen – etwa zu Fledermäusen, Spatzen oder Schwalben – erfolgt seien und wie sichergestellt worden sei, dass kein Tier zu Schaden kam. Nach Angaben der Initiative liege für die betroffene Halle kein Artenschutz-Gutachten vor.