Ablehnung ist groß

Diese Rentenpläne wollen die meisten Deutschen nicht


28.05.2026 – 13:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Sorgenvoller Blick in die finanzielle Zukunft: Das Vertrauen in die gesetzliche Rente fällt auf einen der schlechtesten Werte seit Jahren. (Quelle: Liubomyr Vorona/getty-images-bilder)

Nur jeder Vierte fühlt sich durch die gesetzliche Rente gut abgesichert. Doch auch die möglichen Reformvorschläge finden unter den Bürgern nur wenige Fürsprecher.

Das Vertrauen der Menschen in die gesetzliche Rente ist weiter zurückgegangen. Das zeigt der aktuelle Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV) des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) aus Frankfurt. Der Indexwert fiel von zuletzt 1,2 auf minus 3,0 Punkte – einer der stärksten Rückgänge seit Beginn der Erhebung im Jahr 2020. Einen größeren Absturz gab es nur im Herbst 2023: Damals fiel der Wert von 1,2 auf minus 4,4 Punkte.

Betrachtet man die Werte, zwischen denen der Index maximal schwanken kann, zeigt sich allerdings: Das Vertrauen in die gesetzliche Rente war noch nie besonders hoch. Denn der Index kann Werte zwischen plus 100 und minus 100 annehmen. Je höher der Wert, desto positiver sehen die Befragten die Absicherung im Alter. Für die Studie werden regelmäßig rund 2.000 Menschen zu ihrer Haltung zur Altersvorsorge befragt.

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„Regierung steht unter enormem Handlungsbedarf“

Nach Angaben des Instituts fühlt sich inzwischen nur noch etwa jeder Vierte durch die gesetzliche Rentenversicherung gut abgesichert. Das seien mehr als fünf Prozentpunkte weniger als noch bei der vorherigen Befragung im Herbst 2025.

„Die Regierung steht jetzt unter enormem Handlungsbedarf“, sagt der wissenschaftliche Direktor des DIVA, Oliver Schellenberger. Als Gründe für die schlechte Stimmung nennt das Institut unter anderem die wirtschaftliche Lage und die Auswirkungen der Energiekrise infolge des Iran-Kriegs. Ende Juni beabsichtigt die Rentenkommission, ihre Reformvorschläge vorzulegen.

Bürger lehnen Reformen ab, die sie betreffen

Ob diese die Stimmung im Land verbessern, ist allerdings fraglich. Denn laut der DIVA-Studie stehen viele Bürger den möglichen Maßnahmen mit Ablehnung gegenüber. Insbesondere scheuen sie Lösungen, die sie direkt betreffen, auch wenn diese das Rentensystem finanziell entlasten würden.

So befürworten lediglich 15,3 Prozent höhere Rentenbeiträge. Eine Absenkung des Rentenniveaus unterstützen nur 12,5 Prozent der Befragten. Noch weniger Zustimmung erhalten Eingriffe beim Renteneintritt: Die Abschaffung der abschlagsfreien „Rente mit 63“, die inzwischen erst ab einem späteren Alter möglich ist, befürworten 13,7 Prozent, eine Erhöhung des Rentenalters nur 10,8 Prozent.

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