Begegnen Sie einem Wildschwein oder rennt es auf Sie zu, bleiben Sie ruhig. Nähern Sie sich dem Tier nicht. Vermeiden Sie hektische Bewegungen. Sie können, genau wie Versuche, das Tier zu verscheuchen, als Bedrohung interpretiert werden. Ausweichmanöver und panisches Wegrennen können Wildschweine ebenfalls zu einem Angriff animieren.
Gehen Sie stattdessen langsam und ruhig rückwärts. Versuchen Sie, wieder eine sichere Distanz herzustellen. Das Wildschwein braucht genügend Abstand, um die Situation nicht mehr als Gefahr anzusehen und sich selbst in Ruhe zurückziehen zu können. Reden Sie währenddessen beruhigend auf das Wildschwein ein und versuchen Sie, jeglichen Stress für das Tier zu vermeiden.
Stehen Sie einem Wildschwein nicht im Weg und versperren Sie ihm auch seine Fluchtwege nicht – beispielsweise entlang von Gattern, Zäunen und Schluchten. So verringern Sie die Chance, von dem Tier umgerannt oder angegriffen zu werden.
Wenn Sie einen Hund dabei haben, sollten Sie ihn sofort zurückrufen, sobald Sie ein Wildschwein entdeckt haben. Leinen Sie ihn dann umgehend an und versuchen Sie, ihn ruhig und nahe bei sich zu halten. Leckerlis können ebenfalls dazu beitragen, dass der Hund ruhiger wird. Denn ein aufgebrachter und lauter Hund wird von Wildschweinen häufig als Angreifer gesehen. Kommt es doch zur Konfrontation, gehen Sie nicht dazwischen. Oft können die Vierbeiner schnell rennen und – im Gegensatz zu Wildschweinen – Haken schlagen und so bei einem Angriff ausweichen. Keiler und Bachen laufen hingegen mit einem hohen Tempo geradeaus.
Laut Eckhardt sind Wildschweine friedlich. Die Waldbewohner scheuen Auseinandersetzungen, da sie sich weder selbst in Gefahr bringen noch verletzen wollen. Flucht ist der Regelfall. Konflikte mit der Folge eines Angriffs gibt es meist nur dort, wo die Tiere an Menschen gewöhnt sind oder wo sie gefüttert werden, erklärt der Förster Eckhardt. Das Nahrungsangebot durch den Menschen hemmt die natürliche Scheu der Wildschweine. Sie sind daher immer häufiger auch in Städten anzutreffen.
Während ihrer Nahrungssuche in bewohnten Gegenden richten Wildschweine teilweise große Schäden an. Um das zu vermeiden, sollten Sie Nahrungsreste, die im Freien gelagert werden, stets gut verschlossen aufbewahren. Befestigen Sie beispielsweise Ihre Biotonne entsprechend und sorgen Sie dafür, dass sie nicht geöffnet werden kann. Werfen Sie zudem keine Nahrungsmittel wie verdorbene Obstreste, altes Brot oder Speisereste auf Ihren Kompost. Das kann ebenfalls Wildschweine anlocken.
