Expertenmeinung

Debatte um Bayern-Posten: Sind Reiters Wählerstimmen gefährdet?


06.03.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Fotomontage zeigt Dieter Reiter (Archivbild): Münchens Oberbürgermeister wird von den Linken sogar zum Rücktritt aufgefordert. (Quelle: IMAGO/Ulrich Wagner)

Kurz vor der bayerischen Kommunalwahl wird Münchens Oberbürgermeister mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Ein Experte erklärt, welche Konsequenzen das haben kann.

Reiter wird vorgeworfen, dem Stadtrat einen Aufsichtsratsposten und das damit verbundene zusätzliche Einkommen verschwiegen zu haben. Könnte ihn das Wählerstimmen kosten? Ein Experte klärt auf.

Prof. Dr. Jürgen Falter ist an der Universität in Mainz tätig und einer der renommiertesten Politikforscher Deutschlands. Auf Anfrage der Münchner Redaktion von t-online ordnet er ein, welche Konsequenzen die aktuelle Diskussion um Reiters Position beim FC Bayern haben könnte. Falter sagt, er sehe keine Gefahr für Reiter und seine Partei bei der Wahl. Die meisten Wähler würden das entweder gar nicht wahrnehmen oder es als nicht sehr schwerwiegend betrachten.

Auch für die restlichen Parteimitglieder sieht der Experte keine Gefahr. „Für die festen SPD-Anhänger spielt das für ihre Stimmabgabe ohnehin keine Rolle.“ Im Hinblick auf die anderen Parteien – wie CSU, Grüne und Co. – dürfte die Debatte ebenfalls keine Rolle spielen. „Deren Wahlverhalten liegt bereits fest“, sagt Falter mit Blick auf ihre Anhänger.

Anders sehe es hingegen bei den noch Unentschlossenen aus. Bei ihrem Wahlverhalten könnte die Debatte laut dem Experten schon eine Rolle spielen – aber keine große, so Falter: „Reiter ist beliebt, und das versieht einen Politiker mit einer gewissen Teflonschicht, die ihn mehr oder minder unverwundbar macht.“ Und für die Briefwähler, die ihren Wahlbrief bereits abgeschickt haben, würden die aktuellen Entwicklungen ohnehin keine Rolle mehr spielen.

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