
Beben beim Autoclub
Nach Mitglieder-Revolte: ADAC-Verkehrschef wirft hin
02.02.2026 – 12:38 UhrLesedauer: 1 Min.
Gerhard Hillebrand räumt seinen Posten als ADAC-Verkehrspräsident. Der Rücktritt ist die Quittung für eine Forderung, die Millionen Autofahrer gegen ihn aufbrachte.
Der ADAC verliert sein wichtigstes Gesicht für Verkehrsfragen. Gerhard Hillebrand legt sein Amt als Verkehrspräsident nieder. Es ist ein Rückzug nach massivem Druck: Hillebrand stolpert über seine eigenen Worte.
Auslöser war ein Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Darin hatte Hillebrand kurz vor Weihnachten erklärt, die CO2-Bepreisung sei ein richtiges Instrument, um die Klimaziele zu erreichen. Er plädierte offen für höhere Spritpreise. Die Autofahrer bräuchten diesen finanziellen „Anreiz“, um auf klimaschonende Alternativen umzusteigen. Zudem warnte er davor, das Verbot von Verbrennungsmotoren zu lockern.
Die Reaktion der Mitglieder war verheerend. Für viele war die Forderung nach teurerem Benzin und Diesel ausgerechnet vom eigenen Interessenvertreter ein Vertrauensbruch. Es folgten massive Beschwerden und eine Kündigungswelle. Hillebrand räumte ein, die Mitglieder verunsichert und verärgert zu haben. Sein Rücktritt sei im Interesse des Vereins.
ADAC-Präsident Christian Reinicke dankte Hillebrand für seine Arbeit, akzeptierte den Rücktritt aber sofort. Er muss den Klub nun wieder als Anwalt der Autofahrer positionieren.
Kommissarisch übernimmt Karsten Schulze das Amt. Der ADAC-Technikpräsident führt das Ressort nun zusätzlich zu seinen weiteren Aufgaben. Für den Autoklub geht es aber um mehr als eine Personalie: Er muss beweisen, dass er die Interessen seiner Mitglieder noch versteht.