Verkehr

Einschränkungen für Fahrgäste: Hier baut die Bahn dieses Jahr

27.02.2025 – 01:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Regionalexpress in Berlin (Archivbild): Pendler und Reisende müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen. (Quelle: IMAGO/Rüdiger Wölk)

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Deutsche Bahn nimmt sich „alle Hauptstrecken am Wickel“: Reisende in Berlin und Brandenburg brauchen 2025 starke Nerven. Das plant der Konzern jetzt.

Die Deutsche Bahn nimmt in diesem Jahr mehrere große Bauvorhaben in Berlin und Brandenburg in Angriff. Nahezu alle Hauptstrecken, die von Berlin wegführen, sind betroffen, wie der Konzern mitteilte. Insgesamt werden dabei geschätzte 750 bis 800 Millionen Euro investiert.

„Im Grunde haben wir alle Hauptstrecken am Wickel, die von Berlin aus wegführen“, sagte Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ziel sei es, die Bahn in beiden Bundesländern pünktlicher und zuverlässiger zu machen.

Bereits bekannt ist die laufende Großbaustelle am Berliner Hauptbahnhof. Hier bleibt der Keller bis Mitte April halbseitig gesperrt, an zwei verlängerten Wochenenden werden sogar alle acht Gleise dicht sein. Ebenso bekannt sind die Arbeiten auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg. Ab August wird diese wichtige Fernverkehrsstrecke für neun Monate komplett gesperrt und umfassend saniert.

Die größte Inbetriebnahme in diesem Jahr betrifft die Dresdner Bahn zwischen Berlin Südkreuz und Blankenfelde. Die 16 Kilometer lange Strecke, die vom Südkreuz geradewegs nach Süden führt, soll das Netz in der Stadt „auf links drehen“, wie Kaczmarek es formulierte. „Das ist der Baustein, der wichtigste Baustein, der uns noch gefehlt hat für den Knoten Berlin.“

Aktuell müssen alle Züge Richtung Süden über die Anhalter Bahn fahren. Ab Ende des Jahres können sie den direkten Weg der Dresdner Bahn nach Blankenfelde nehmen. Dadurch werden nicht nur zehn Minuten auf dem Weg nach Dresden eingespart, sondern die Züge müssen sich auch nicht mehr mit „lauter ICEs aus Erfurt, Frankfurt, Nürnberg, München, Stuttgart“ drängeln.

Für die Bauarbeiten ist vom 25. Juli bis 4. August ein Bus-Ersatzverkehr zwischen Priesterweg und Blankenfelde geplant. Vom 25. August bis zum 22. September betrifft der Ersatzverkehr die Strecke zwischen Mahlow und Blankenfelde.

Auf der wichtigen Verbindung zwischen Berlin und Halle/Saale – der sogenannten Anhalter Bahn – wird ebenfalls weitergebaut. Diese Strecke hat für die Bahn besondere Bedeutung, da das Fahrgastaufkommen zwischen Berlin und München stark zunimmt.

Man wolle im 30-Minuten-Takt nach München fahren und mehr Sprinter-Züge einsetzen, erklärte Kaczmarek. „Aber bevor das alles so funktionieren kann, muss die Strecke eben auch erneuert werden.“ In diesem Jahr werden zwischen Südkreuz und Niedergörsdorf vom 24. September bis zum 13. Dezember Gleise und Weichen erneuert. Es wird zu Vollsperrungen kommen, Fernzüge werden umgeleitet.

Der lange geplante Ausbau der Lehrter Stammbahn von Vorsfelde bei Wolfsburg über Stendal bis nach Wustermark soll ebenfalls beginnen. Von Juni 2025 bis Dezember 2026 werden im ersten Schritt zwischen Großwudicke in Brandenburg und Stendal in Sachsen-Anhalt neue Ausweich- und Überholmöglichkeiten geschaffen. Die vollständige Inbetriebnahme des Projekts ist für 2034 vorgesehen. Ziel sind kürzere Fahrzeiten im Personen- und Güterverkehr.

Auch der Bahnhof Alexanderplatz soll erneuert werden. Ende dieses Jahres müssen die Geschäfte raus, dann wird entkernt und saniert. Die Fertigstellung ist voraussichtlich für Ende 2029 geplant, allerdings steht die Vergabe des Bauauftrags noch aus.

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