Vergesslichkeit im Alter: Kann Gedächtnistraining helfen?

Möglich ist aber, mit Gedächtnistraining die vorhandenen Gehirnzellen so zu trainieren, dass sie den Verlust bereits untergegangener Gehirnzellen eine Zeitlang ausgleichen können. „Möglich ist das dank der großen Menge an vorhandenen Nervenzellen und Verknüpfungen. Das Gehirn kann schwächer werdende Hirnbereiche dadurch ziemlich lange ausgleichen und Demenz-Symptome so abmildern“, erklärt Reetz.

Als größte Risikofaktoren für eine nachlassende geistige Fitness bis hin zu Demenz gelten:

„Ein gesunder und aktiver Lebensstil ist maßgeblich für eine gute Gehirnleistung“, sagt Reetz. „Wer die genannten dreizehn Risikofaktoren möglichst meidet, bei einer Schwerhörigkeit beispielsweise ein Hörgerät nutzt, auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achtet und Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus behandeln beziehungsweise gut einstellen lässt, trägt eine Menge zur eigenen Gehirn-Fitness bei.“

Fast jeder kennt es: Schlüssel vergessen, Termin verpasst, Name entfallen. Doch wann ist Vergessen unbedenklich und wann wird sie zum Warnzeichen? Meist sind es stressige Phasen, in denen unser Gehirn mit Vergesslichkeit reagiert. Die Gehirnleistung wird wieder besser, wenn mehr Entspannung in den Alltag kommt. Aufmerksam werden sollte man, wenn sich die Vergesslichkeit nicht wieder legt und langsam im weiteren Verlauf zunimmt.

„Auch ist es ein Warnsignal, wenn Vergessenes nicht wieder erinnert wird oder die Vergesslichkeit beginnt, den Alltag zunehmend zu belasten“, sagt Reetz. „Bei zunehmender Vergesslichkeit ist es wichtig, die Leistungsfähigkeit des Gehirns untersuchen zu lassen und zu schauen, welche Ursache hinter der abnehmenden Gedächtnisleistung steckt, damit diese entsprechend behandelt werden kann.“

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