Verein will die Clubkultur und Techno-Szene retten

„Techno ist Freiheit“

Wie dieser Verein die Clubkultur in Hamburg retten will


Aktualisiert am 28.11.2025 – 18:21 UhrLesedauer: 3 Min.

Alex (29, l.), Jana (28) und Niki (27) – die drei Freunde wollen gegen die zunehmende Kommerzialisierung in der Techno-Szene vorgehen. (Quelle: Miena Tehrani @mienanoir)

Der Eintritt kostet mehr als 30 Euro, und statt Musik geht es um Personenkult: Ein neuer Verein in Hamburg will die Techno-Szene vor solchen Trends schützen. Die erste große Party findet am Samstag statt.

Jana, Niki und Alex müssen nicht lange überlegen, was Freiheit für sie bedeutet – sie sind sich einig: „Techno ist für uns Freiheit.“ Und für diese Freiheit wollen die drei Hamburger Freunde kämpfen: Anfang des Jahres haben sie den Kunst- und Kulturverein „Res Nullius e. V.“ ins Leben gerufen. Das erklärte Ziel: Die Clubkultur in Hamburg retten – und Techno wieder zu dem machen, was es einmal war.

Denn auch darin sind sich die drei einig: Die Techno-Szene in Hamburg hat ein Problem. Beziehungsweise sogar mehrere – wachsende Kommerzialisierung, immer teurer werdende Tickets, wegfallende Räume.

Gegen den langsamen Zerfall der Clubkultur müsse etwas getan werden, finden die drei – doch von der Politik komme nicht viel, meinen sie. „Die Stadt hat kein Interesse daran, die Subkultur aktiv zu schützen“, glaubt Niki. Stattdessen werde mehr Wert auf neue Hotels oder Bürogebäude gelegt.

Deswegen wollen Jana, Niki und Alex das Problem selbst in die Hand nehmen. Die drei kennen sich schon seit Jahren, gehen oft zusammen feiern oder auf Festivals. Irgendwann sei die Idee gekommen, einen Verein zu gründen. Sie wollen Menschen zusammenbringen, die auf verschiedene Weisen gegen den Zerfall der Clubkultur kämpfen.

Über ihren Social-Media-Account haben sie auf das Problem aufmerksam gemacht und sind dabei schnell viral gegangen, haben viel Zuspruch bekommen – und gemerkt, dass sie mit ihrem Anliegen nicht allein sind. Seit ihrer Gründungsveranstaltung im Februar ist der Verein stetig gewachsen: Mehr als 60 Menschen sind bereits Mitglieder.

Am Samstag, dem 29. November, feiern sie ihr erstes großes Event im „Kosmos Karoline“. Zukünftig wollen sie jedoch nicht nur Partys planen – sondern auch Sprachrohr für Veranstalter sein und mit der Politik ins Gespräch kommen.

Ein grundlegendes Problem ist laut den drei Freunden der Ruf, den Techno innehat. „Viele Leute denken, dass Techno-Partys nur dazu da sind, um Drogen zu nehmen. Das stimmt nicht“, stellt Alex fest. Im Gegenteil: Techno sei ein Ort der Selbstbestimmung, hier könne jeder und jede sein und aussehen, wie er oder sie will. Durch Techno entstehe eine offene Kultur, die jeden Menschen so akzeptiere, wie er ist.

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