Verdacht auf dreifachen versuchten Mord

Sie habe „nicht gestört werden“ wollen

Pflegekraft festgenommen: Verdacht auf versuchten Mord

Aktualisiert am 20.01.2026 – 11:52 UhrLesedauer: 1 Min.

Ein Pflegeheim (Symbolbild): Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main erhebt schwere Vorwürfe gegen eine Pflegerin. (Quelle: IMAGO/Fotostand/Gelhot/imago-images-bilder)

Eine Pflegerin soll sich nachts um ihre Patienten kümmern, doch nutzt dabei mutmaßlich die Situation der ihr ausgelieferten Senioren aus.

Eine 53-jährige Pflegerin ist am Dienstag wegen des Verdachts des dreifachen versuchten Mordes festgenommen worden. Die Frau soll in einer Seniorenresidenz im Main-Taunus-Kreis bei drei Wachkoma-Patienten Überwachungsgeräte entfernt haben. Dabei nahm sie laut Frankfurter Staatsanwaltschaft den Tod der Patienten „zumindest billigend in Kauf“.

Die Beschuldigte verantwortete eine Station, auf der sich Menschen befanden, die teilweise seit mehreren Jahren im Wachkoma liegen. Diese Patienten können ihre Umgebung nicht bewusst wahrnehmen und nicht kommunizieren.

Sie soll die sogenannten Pulsoximeter entfernt haben, „um während ihrer Nachtschicht nicht durch optische oder akustische Alarmsignale gestört und zu pflegerischen Handlungen veranlasst zu werden“, so die Staatsanwaltschaft. Pulsoximeter werden am Finger angebracht. Mit ihnen werden Puls und Sauerstoffsättigung des Blutes kontrolliert.

Der Frau sei bewusst gewesen, dass sich der Zustand der Patienten ohne diese Überwachung unmittelbar lebensbedrohlich verändern könnte, so die Ermittler.

Die Vorfälle ereigneten sich in mindestens zwei Nachtdiensten im Februar 2025. Neben der Festnahme wurde am Dienstag auch ein Durchsuchungsbefehl vollstreckt, um Beweismittel sicherzustellen. Zudem ordneten die Behörden ein Berufsverbot für die Pflegerin an.

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