Tradition im Rheinland

Maibaum in Köln aufstellen: Vorsicht vor Verbot der Stadt

Aktualisiert am 30.04.2026 – 07:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Geschmückter Maibaum (Symbolbild): Der Liebesgruß zum 1. Mai ist im Rheinland Tradition. (Quelle: blickwinkel/imago)

Am 1. Mai steht vielerorts in Köln plötzlich eine geschmückte Birke vor der Tür – romantisch, aber auch dafür gibt es Regeln. Was beim Maibaum erlaubt ist.

Besonders im Rheinland ist der Maibaum-Brauch Tradition: In der Nacht zum 1. Mai stellen junge Männer ihrer Angebeteten eine mit bunten Kreppbändern und einem Herzschild geschmückte Birke vors Haus. Nur in Schaltjahren dreht sich die Tradition um. Dabei gilt jedoch eine eiserne Regel: Eine Birke einfach im Wald zu fällen, ist verboten – es handelt sich um Diebstahl und Sachbeschädigung.

„Das ‚Organisieren‘ von Birken in der freien Natur mag unterhaltsam oder spannend klingen – erlaubt ist es trotzdem nicht“, stellt die Stadt Köln klar. Um dem Brauch dennoch legal nachgehen zu können, haben Köln und zahlreiche weitere Kommunen sowie Forstämter offizielle Verkaufsstellen für Maibäume eingerichtet.

Wer seinen Liebsten also mit einem Maibaum überraschen möchte, kommt an einem legalen Kauf nicht vorbei. Die offiziellen Anlaufstellen sorgen dafür, dass die Romantik des 1. Mai nicht mit einer Anzeige endet – und die Birke trotzdem pünktlich vor der Tür steht.

Der Landesbetrieb Wald und Holz bietet Maibäume an 13 Orten an. In Alfter, Königswinter und Siegburg dürfen Kunden ihre Bäume sogar selbst schlagen – allerdings ausdrücklich ohne Motorsägen, wie die Förstereien vorsorglich betonen. Die Preise starten meist bei 10 Euro.

Auch in Köln kostet der Baum 10 Euro je angefangenem laufendem Meter. „Zum Schmücken der Birken sind zudem buntes, wasserfestes Krepppapier und Holzherzen inklusive Beschriftung im Angebot.“ In Bonn und Mönchengladbach werden die Bäume nicht extra geschlagen, sondern fallen im Rahmen der Kulturpflege im Stadtwald an.

In Aachen verbindet das kirchliche Hilfswerk Misereor den Brauch mit einem guten Zweck: Am 30. April werden dort Maibäume verkauft, der Erlös fließt in Projekte etwa für Bildung oder Ernährung in Afrika, Asien und Lateinamerika. Im vergangenen Jahr nahm Misereor nach eigenen Angaben durch die Aktion rund 10.000 Euro ein.

Wer den Baum mit dem Auto transportiert, muss dabei die Ladevorschriften beachten: Er darf nicht zu weit über das Fahrzeug hinausragen, Kennzeichen und Beleuchtung dürfen nicht verdeckt werden. Bequemer geht es auch – im Internet finden sich Anbieter, die einen Lieferservice anbieten.

Und nach dem Aufstellen ist noch längst nicht Schluss, erinnert die Stadt Bonn: „Im Juni ist es Zeit, die Liebesbeweise nach guter alter Sitte wieder abzuholen.“ Das bedeutet auch: Wer den Maibaum geschenkt hat, soll sich anschließend um dessen Entsorgung kümmern – damit aus einer schönen Geste nicht am Ende ein Problem vor der Haustür wird.

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