
„Bargeld muss bleiben“
Barzahlung in Gefahr? Verbände fordern gesetzliche Absicherung
29.01.2026 – 11:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Verbraucherschützer warnen vor schwindenden Möglichkeiten der Barzahlung in Deutschland. Ein Gesetz soll Bargeld als Zahlungsmittel erhalten.
Als Beispiele nennen die Verbände unter anderem Selbstbedienungskassen, die in vielen Geschäften ausschließlich Kartenzahlung akzeptierten, sowie zahlreiche Einzelhändler, die Bargeldzahlungen vollständig ablehnten. Auch Bahnfahrkarten oder Schwimmbadtickets würden immer häufiger nur noch digital angeboten.
Gleichzeitig sei es schwieriger geworden, Bargeld abzuheben oder einzuzahlen, da Banken ihr Netz an Filialen und Geldautomaten ausdünnten. Zudem seien die Kosten für Geldabhebungen gestiegen. Besonders in ländlichen Regionen müssten Verbraucher weite Strecken zurücklegen, um Bargeld zu erhalten, heißt es in dem Appell.
Für viele Menschen, besonders in prekären Lebenslagen, sei Bargeld eine unverzichtbare Zahlungsmöglichkeit – „etwa bei fehlendem Zugang zu digitalen Zahlungsmethoden aufgrund eines Schufa-Eintrags oder weil sie kein Konto haben“, schreiben die Verbände. Sie fürchten, dass der Abbau der Bargeldinfrastruktur schwächere Gruppen stärker ausgrenzen könnte.
Die Verbände weisen zudem darauf hin, dass Bargeld nicht nur gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht, sondern auch als krisenfestes Zahlungsmittel dient. „Bei langanhaltenden Stromausfällen, Cyberangriffen oder Naturkatastrophen bleibt Bargeld ein verlässliches Zahlungsmittel.“ Zudem fördert es das soziale Miteinander, etwa bei Spendenaktionen oder in gemeinnützigen Bereichen, und ermöglicht Kindern, den Umgang mit Geld zu erlernen.
In ihrem Appell fordern die Verbände die Bundesregierung auf, ein Gesetz zum Schutz des Bargelds zu erlassen. Dieses Gesetz soll sicherstellen, dass Bargeld in Deutschland grundsätzlich als Zahlungsmittel akzeptiert wird und alle Menschen kostenfrei und barrierefrei in angemessener Nähe Zugang zu Bargeld haben.
Die Verbände betonen, dass es im Einklang mit dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung stünde, ein solches Gesetz zu erlassen, um die Wahlfreiheit der Verbraucher zu gewährleisten. Niemand solle gezwungen werden, auf digitale Zahlungsmethoden angewiesen zu sein, wenn er oder sie bar zahlen möchte oder muss.