Vater von mutmaßlichem Opfer wendet sich an Angeklagten

„Wenn Marius einmal Vater wird …“

Vater von mutmaßlichem Opfer wendet sich an Marius Borg Høiby


17.02.2026 – 19:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Marius Borg Høiby: Er muss sich vor der Justiz verantworten. (Quelle: Lise Aserud/NTB Scanpix)

Im Prozess gegen Marius Borg Høiby präsentiert die Polizei Beweise vom Smartphone des Sohnes der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Der Vater des mutmaßlichen Opfers konfrontiert ihn direkt im Gerichtssaal.

Der neunte Verhandlungstag im Prozess gegen Marius Borg Høiby am Bezirksgericht in Oslo konzentrierte sich auf die Aussagen mehrerer Zeugen. Stig Berg Larsen vom norwegischen Bundeskriminalamt Kripos erklärte, dass auf dem beschlagnahmten iPhone 15 des Angeklagten in einer speziell gesicherten App Mediendateien entdeckt wurden. Diese Daten, darunter Videos und Bilder, wurden am 24. März 2024 hochgeladen.

Besonders emotional wurde es, als der Vater einer der betroffenen Frauen in den Zeugenstand trat. Er berichtete, dass seine Tochter ihm am 26. März 2024 von einer Begegnung mit einem charmanten „Prinzen“ erzählt hatte. Später habe sie sich erneut bei ihm gemeldet – traumatisiert und geschockt, nachdem ihr die Polizei Videoaufnahmen gezeigt hatte, die sie in intimen und verletzlichen Momenten zeigten.

„Das war sehr, sehr schmerzhaft für sie, und sie war wirklich traumatisiert“, schilderte der Zeuge. Seine Tochter habe sich wie „enteignet“ gefühlt, da sie die Kontrolle über ihre eigene Geschichte verloren habe. Der Vater fühle „Wut, sehr große Wut“. Während seiner Aussage drehte sich der Vater mehrmals zu Høiby und sagte: „Wenn Marius einmal Vater wird, wird er sicherlich dasselbe gegenüber seinen Kindern fühlen, und das sind keine angenehmen Gedanken.“

Als letzte Zeugin sagte eine Mitbewohnerin einer der Klägerinnen aus. Sie schilderte einen Abend, der mit einer Afterparty endete, bei der auch Høiby anwesend war. Nach eigenen Angaben hatte er Ketamin, Alkohol und Kokain konsumiert und machte laut der Zeugin einen „benommenen Eindruck“ mit „roten Augen“. Die Atmosphäre der Party sei zunehmend unangenehm geworden – sie fühlte sich wie „in der Höhle der Löwen“. Die Zeugin berichtete auch, dass Høiby sie unerwünscht am Gesäß berührt habe.

Marius Borg Høiby ist in insgesamt 38 Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Prozess soll bis zum 19. März dauern, dann wird das Urteil erwartet.

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