„Angriff auf ein Symbol der Bergkultur“

Hüttenvandalen: Präsident der Bergkommission schimpft


27.07.2026 – 12:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Malerische Berge und Natur am Comer See in Italien (Symbolbild): An mehreren Hütten in den Bergen kam es zuletzt zu unschönen Vorfällen. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Andrei Antipov/imago-images-bilder)

Gleich zwei Vorfälle lösen in Italien rund um den bei Touristen beliebten Comer See Unmut. Jetzt macht ein Politiker seinem Ärger Luft.

Der Präsident der Bergkommission der italienischen Region Lombardei, Giacomo Zamperini, hat sich über mehrere Fälle von Vandalismus in den Bergen am Comer See entsetzt gezeigt. Der Zeitung „Il Dolomiti“ sagte Zamperini: „Genug mit dem Vandalismus und dem unverantwortlichen Verhalten!“ Zamperini ist auch Regionalrat der postfaschistischen Partei Fratelli d’Italia.

Kürzlich hatte es zwei Zwischenfälle auf Schutzhütten gegeben: Am Magnodeno-Biwak nahe dem Gipfel des Monte Magnodeno südöstlich des Comer Sees sollen mehrere junge Leute in Flip-Flops auf das Dach der Schutzhütte gestiegen und auf die Solarpaneele uriniert haben. Auf dem Berg Grignetta im Osten des Sees sollen Unbekannte Graffiti versprüht und pro-palästinensische Parolen hinterlassen haben.

  • Notunterkunft wird vom Dreck befreit: Vandalen verwüsten Hütte in den Dolomiten
  • Phänomen nimmt überhand: Alpen-Wirt macht seinem Ärger Luft

Zamperini sagte „Il Dolomiti“, dies seien „keine bloßen Streiche“. Die Beschädigung eines Biwaks sei als „Angriff auf eine Sicherheitseinrichtung, ein Symbol der Bergkultur“ zu werten. Er dankte in dem Zusammenhang mehreren jungen Menschen, die die beschmierte Berghütte gesäubert und von Graffiti befreit hätten.

Der Regionalrat appellierte zudem grundsätzlich an das Verhalten von Touristen in den italienischen Bergen. Er habe zuletzt verstärkt Touristen in Flip-Flops auf den Bergpfaden gesehen. „Es gibt immer noch Menschen, die die Berge für ein Fotoshooting, einen Vergnügungspark oder eine Plattform für soziale Medien halten“, monierte der Politiker und warnte: „Die Berge sind eine wunderschöne Natur, aber sie erfordern Vorbereitung, Vorsicht, Respekt und Achtsamkeit.“

Auch in Deutschland verursachen Unbekannte wiederholt Vandalismusschäden in den Alpen. Insbesondere im Herbst des vergangenen Jahres hatte es gleich mehrere Fälle gegeben, in denen Schutzhütten vermüllt oder stark beschädigt hinterlassen wurden. Die Hütten dienen Wanderern als Unterschlupf, sollte eine Übernachtung etwa bei schlechtem Wetter nötig sein.

Share.
Die mobile Version verlassen