Bewegende Abschiedsworte

Uschi Glas trauert um prominenten Schauspielkollegen


23.07.2026 – 21:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Uschi Glas: Die Schauspielerin hat einen Kollegen verloren. (Quelle: IMAGO/Ervin Monn)

„Zur Sache, Schätzchen“ machte sie beide berühmt, doch das 60. Jubiläum des Films wird Uschi Glas ohne Werner Enke feiern müssen. Nun nimmt sie Abschied.

Seit rund sechs Jahrzehnten steht Uschi Glas vor der Kamera, war in über 100 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und gehört heute zu den bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands. Bereits Mitte der Sechziger erlangte sie Bekanntheit, doch vor allem ein Film bescherte ihr den großen Durchbruch: „Zur Sache, Schätzchen“.

Die Komödie machte Uschi Glas 1968 zum Star – und wurde mit über 6,5 Millionen Besuchern zu einem der größten deutschen Kinoerfolge der Nachkriegszeit. Regisseurin May Spils war damals erst 26 Jahre alt und traf mit „Zur Sache, Schätzchen“ den Zeitgeist mit Humor, einem neuen Sprachstil und einem Antihelden, der sich der Leistungsgesellschaft verweigerte.

„Eigentlich wollten wir doch noch zusammen feiern“

Werner Enke, May Spils Lebensgefährte, spielte diesen Nichtstuer Martin, der die Welt mit pseudo-philosophischen Sprüchen beglückte und in den Tag hinein lebte. Die Begegnung mit Barbara (Uschi Glas) – wohlbehütete Tochter aus gutbürgerlichem Hause – wirbelte sein Leben ziemlich durcheinander.

Werner Enke mit Uschi Glas (r.) und Regisseurin May Spils (M.) bei den Dreharbeiten von „Zur Sache, Schätzchen“ im August 1967. (Quelle: Brix/dpa)

Das 60. Jubiläum von „Zur Sache, Schätzchen“ in zwei Jahren wird Werner Enke nicht mehr erleben. Der Schauspieler starb am 20. Juli im Alter von 85 Jahren nach schwerer Krankheit in München. Das bestätigte ein langjähriger Freund unter Berufung auf Enkes Lebensgefährtin May Spils der Deutschen Presse-Agentur.

Uschi Glas nimmt in der Münchner „Abendzeitung“ Abschied von ihrem einstigen Filmpartner. „Lieber Werner, eigentlich wollten wir doch noch zusammen feiern“, schreibt die 82-Jährige in Bezug auf das anstehende Jubiläum. „Aber jetzt bist du im Himmel und schaust auf uns hinab.“

May Spils (l.), Werner Enke und Uschi Glas bei einer Filmpremiere im Juli 2013. (Quelle: Ursula Düren/dpa)

Sie bedanke sich von Herzen bei ihm. Der gemeinsame Dreh sei eine Freude gewesen, „obwohl wir uns ab und zu auch ganz schön gekabbelt haben“, so die Schauspielerin. Sie seien einfach so gegensätzlich gewesen. „Ich die Bürgerliche, du der Bürgerschreck“, beschreibt es Uschi Glas und betont weiter: „Dennoch (oder gerade deswegen) hast du mich fasziniert – und, ich glaube, ich dich auch ein bisserl. Ich habe damals viel von dir gelernt. Von deiner Lässigkeit, deinem Witz. Von deiner Art, so locker durchs Leben zu gehen.“

Sie hätte gerne noch weitere Filme mit ihm und May Spils gedreht, doch „dazu ist es leider nie gekommen“, so Uschi Glas. Über 60 Jahre war der Schauspieler mit der Regisseurin zusammen, mit der sie nach seinem Tod lange gesprochen habe. „Wir fühlen dich, denn wir glauben beide daran, dass die Seele irgendwie, irgendwo weiter existiert. Also, lebe wohl, lieber Werner, und schau uns von da oben zu, und hab eine schöne Zeit, da draußen im Himmel, im Weltall …“, schreibt sie abschließend.

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