US-Vizepräsident Vance sagt Teilnahme ab

Nach Eklat in München

Vance kommt wohl nicht zur Sicherheitskonferenz


Aktualisiert am 15.01.2026 – 12:35 UhrLesedauer: 2 Min.

JD Vance spricht bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 (Archivbild). (Quelle: IMAGO/imago)

Im vergangenen Jahr stieß der US-Vizepräsident bei der wichtigsten sicherheitspolitischen Tagung die deutschen Gastgeber vor den Kopf. Das wird sich in diesem Jahr anscheinend nicht wiederholen.

US-Vizepräsident JD Vance wird in diesem Jahr nicht an der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) teilnehmen. Das berichtete das Portal „The Pioneer“ unter Berufung auf eigene Informationen. Die Konferenz findet vom 13. bis 15. Februar im Bayerischen Hof in München statt.

Vances Auftritt erregte im vergangenen Jahr großes Aufsehen. Damals löste der US-Vizepräsident mit einer scharfen Rede erhebliche Irritationen bei den europäischen Partnern aus. Statt sicherheitspolitische Themen in den Mittelpunkt zu stellen, warf Vance Europa ein mangelndes Demokratieverständnis vor und warnte vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit in der EU.

In seiner Rede sagte Vance, die größte Gefahr für Europa gehe nicht von äußeren Akteuren wie Russland oder China aus, sondern liege im Inneren. Er kritisierte unter anderem das Vorgehen gegen Hasskommentare im Internet, verwies auf eine annullierte Wahl in Rumänien und sprach von Eingriffen in die Meinungs- und Religionsfreiheit in mehreren europäischen Ländern. Sicherheitspolitische Fragen, etwa zum Ukraine-Krieg oder zur Nato, streifte er nur am Rande.

Für zusätzliche Kritik sorgte damals ein Treffen Vances mit AfD-Chefin Alice Weidel am Rande der Konferenz. Die Bundesregierung wies mehrere Aussagen des US-Vizepräsidenten als Einmischung in den damaligen deutschen Wahlkampf zurück. Auch im Saal reagierte das Publikum sichtbar irritiert, Beifall blieb bei der Rede weitgehend aus.

Warum Vance in diesem Jahr nicht nach München reist, ist nicht bekannt. Die Münchner Sicherheitskonferenz zählt zu den wichtigsten internationalen Foren für sicherheitspolitische Fragen und bringt jährlich hochrangige Vertreter aus Politik, Militär, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen.

Aktie.
Die mobile Version verlassen