Urteil im Betrugsprozess um Influencerin gefallen

Star-Influencerin drohte Haftstrafe

Urteil im Betrugsprozess um Chiara Ferragni gefallen


14.01.2026 – 21:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Chiara Ferragni: Sie zählt zu den erfolgreichsten Influencern der Welt. (Quelle: REUTERS/Sarah Meyssonnier/)

Die Italienerin zählt mit knapp 30 Millionen Followern zu den einflussreichsten Influencern. Doch Betrugsvorwürfe überschatteten Chiara Ferragnis Erfolg.

In ihrer Heimat Italien ist sie ein Superstar. 2009 wurde Chiara Ferragni mit einem Modeblog im Internet bekannt und avancierte in den folgenden Jahren durch die sozialen Medien zu einem der einflussreichsten Influencer der Welt. Allein bei Instagram folgen der 38-Jährigen fast 30 Millionen Menschen.

Sie bringt ihre eigenen Produkte heraus, ist Werbegesicht bekannter Marken und hatte mit ihrem Ex-Mann, dem Rapper Fedez, und den beiden gemeinsamen Kindern eine Reality-Show im Fernsehen. Doch dann überschatteten Betrugsvorwürfe Chiara Ferragnis Erfolg. Die Staatsanwaltschaft Mailand leitete Anfang 2024 Ermittlungen gegen die Influencerin – Verdacht auf unlauteren Wettbewerb.

Chiara Ferragni hatte zuvor Werbung für einen Kuchen gemacht und ihre Follower glauben lassen, dass der Erlös eines von ihr angepriesenen Kuchens namens „Pink Christmas“ (Preis: neun Euro) zu größeren Teilen an eine Kinderkrebs-Station gehe. In Wahrheit bekam das Krankenhaus in Turin trotz mehr als 360.000 verkaufter Kuchen keinen einzigen Cent. Bei Kampagnen für Ostereier soll sie nach ähnlichem Muster verfahren sein.

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und acht Monate Haft für die Influencerin verlangt. Ein Gericht urteilte nach vier Monaten Prozess nun, dass es sich zwar um Betrug gehandelt habe, jedoch ohne erschwerende Umstände. Die 38-Jährige könne strafrechtlich nicht mehr belangt werden. „Ein Albtraum ist vorbei. Ich bin sehr glücklich, mein Leben zurückzubekommen“, zeigte sie sich nach dem Urteil erleichtert.

Italiens Wettbewerbsbehörde hatte bereits gegen Ferragni ein Bußgeld von einer Million Euro wegen unlauteren Wettbewerbs verhängt, was sie schließlich auch akzeptierte. Zudem überwies sie zwei Millionen Euro an eine gemeinnützige Organisation. Sie entschuldigte sich und sprach von einem „Kommunikationsfehler“.

Ferragni hatte wegen des Skandals mehrere Werbeverträge verloren. Zudem kündigten ihr Hunderttausende Follower die Gefolgschaft auf. Auch privat musste sie einen Rückschlag verkraften. Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde die Trennung von ihrem damaligen Ehemann Fedez bekannt.

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