Unwetter und Überschwemmungen – Deutscher will helfen und stirbt

Deutscher stirbt in Italien

„Ich hörte seine Schreie“


18.11.2025 – 17:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Rettungskräfte sind mit Schlauchbooten bei Überschwemmungen nach Unwettern im Norden Italiens im Einsatz: Ein Deutscher starb durch einem Erdrutsch. (Quelle: Michela Porta/dpa)

Teile Italiens stehen unter Wasser, ein Deutscher kommt bei einem Erdrutsch ums Leben. Jetzt schildert ein Nachbar, wie er die dramatischen Szenen erlebt hat.

Nach den schweren Unwettern in Italien mit Toten und Verletzten sind Feuerwehr und Rettungskräfte weiter in erhöhter Alarmbereitschaft. Für Teile von Friaul-Julisch Venetien, Ligurien, Kampanien und Kalabrien galt am Dienstagnachmittag eine Wetterwarnung der Alarmstufe Orange. Weitere Gewitter drohen. Die Behörden riefen dazu auf, vorbereitet zu sein.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten heftige Unwetter Italien heimgesucht und Teile des Landes überschwemmt. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, darunter auch ein Deutscher, der durch einen Erdrutsch verschüttet wurde.

Bei dem Todesopfer handelt es sich um den 32 Jahre alten Quirin K. Er stammt aus München und lebte mit seiner Partnerin seit einiger Zeit in der kleinen Gemeinde Brazzano. Seit Beginn des Jahres betrieb er dort ein Lebensmittelgeschäft.

Ein Nachbar schilderte dem italienischen Rundfunk Rai, was in der Nacht auf Montag geschah: „Es war 5 Uhr morgens. Ich hörte die rollenden Steine und das Geräusch von Bäumen, die aus dem Boden gerissen wurden“. Quirin K. versuchte daraufhin, seine 83-jährige Nachbarin im Nachbarhaus vor weiteren Erdrutschen zu warnen.

Der Nachbar berichtete Rai von dem verzweifelten Rettungsversuch des Deutschen: „Ich hörte seine Schreie.“ Danach habe eine gewaltige Geröll- und Schlammlawine den Mann mitgerissen. „Es war wie eine Explosion“, berichtete der Augenzeuge. Die Nachrichtenagentur Ansa schrieb, der Deutsche sei von der Schlammlawine „buchstäblich verschluckt“ worden.

Auch die 83-jährige Nachbarin wurde verschüttet. Erst am Dienstagmorgen wurde die Leiche des Mannes entdeckt, kurz darauf auch die der Seniorin.

Am Dienstag begannen Rettungskräfte mit den Aufräumarbeiten. Etliche Gebäude in der Region Friaul-Julisch Venetien wurden auf ihre Standfestigkeit überprüft. Rund 300 Bewohner waren während der heftigen Unwetter in Sicherheit gebracht worden. Hunderte Feuerwehrleute waren in mehreren Regionen im Einsatz, zahlreiche Häuser wurden überschwemmt.

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