„König von der Kö“
Chef in U-Haft: Immobilienfirma ist insolvent
Aktualisiert am 30.07.2026 – 12:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Die jahrelangen Probleme mit Unternehmen um den Düsseldorfer Immobilienentwickler Uwe Reppegather gehen weiter. Jetzt meldet eine seiner Firmen Insolvenz an.
Die Centrum Development GmbH von Gründer und Geschäftsführer Uwe Reppegather ist insolvent. Wie aus den Insolvenzbekanntmachungen hervorgeht, ist der Rechtsanwalt Axel Kleinschmidt zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Erst vor zwei Jahren hatte sich der Immobilien- und Projektentwickler erfolgreich in einem ersten Insolvenzverfahren saniert. Die Firma hat damals 55 Mitarbeitende beschäftigt. Heute sind es nach Angaben des Unternehmens noch 52. Die Löhne und Gehälter der Betroffenen werden über das Insolvenzgeld gesichert, so Kleinschmidt.
Die neue Insolvenz ist hauptsächlich wegen ihrer Hintergründe brisant. Denn seit April 2026 sitzt der Geschäftsführer Reppegather in Untersuchungshaft. Ihm werden mehrere Straftaten im Bereich der Finanz- und Wirtschaftskriminalität vorgeworfen, wie unter anderem das „Handelsblatt“ und die „Rheinische Post“ berichten. So soll er versucht haben, sein Vermögen zu verschieben, um es vor einer drohenden Privatinsolvenz zu retten. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, soll er etwa den Wert seiner Anteile am berühmten Restaurant „Riva“ in Düsseldorf auf einen Euro geschätzt haben – die Ermittler gehen allerdings davon aus, dass sie eher 255.000 Euro wert waren.
Immobilienunternehmen leidet unter Ermittlungen
Reppegather bestreitet die Vorwürfe. Angeklagt ist der Immobilienunternehmer bisher nicht, es gilt daher die Unschuldsvermutung. Die Untersuchungshaft begründete die Staatsanwaltschaft mit einer Fluchtgefahr.
Die Centrum Development GmbH ist im Wesentlichen der Nachfolger der Centrum Holding, die 2023 insolvent ging. Doch wie nun deutlich wird, konnte sie sich nicht von ihrer Vorgeschichte befreien. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wurden Geschäftspartner und Investoren von den Ermittlungen gegen Reppegather abgeschreckt – was letztlich in die Insolvenz führte. Die Zeitung zitiert anonyme Insider, die nun das Ende des Unternehmens fürchten. „Die Ermittlungen sind ein Gamechanger“, sagte der Insider dem Blatt zufolge.
Auf Anfrage von t-online konnte der Insolvenzverwalter zu den Hintergründen der Insolvenz keine weiteren Angaben machen. Die strafrechtlichen Ermittlungen seien „nicht Gegenstand der Tätigkeit des vorläufigen Insolvenzverfahrens“.
„Wir werden uns in dieser komplexen Ausgangssituation mit Hochdruck einen Überblick über die Gesamtlage des Unternehmens verschaffen. Mein Team und ich werden die Auftrags- und Projektsituation genau analysieren und alle Fortführungsoptionen im Interesse der Gläubiger prüfen“, sagte Kleinschmidt am Mittwoch.
Auch das Restaurant „Riva“ leidet der „Rheinischen Post“ zufolge unter dem Ruf des ehemaligen Beteiligten. Hinter den Kulissen versuche man daher, die Anteile von Reppegather zu lösen, um weiteren Schaden vom Restaurant abzuwenden. Ob das gelingt – und zu welchem Preis –, ist noch offen.
